Zur Vergessenskurve in Schulungen: Was jeder wissen sollte

Zwei Empfehlungen zur Nachhaltigkeit von Schulungsmaßnahmen

  • Mit einem singulären Impuls ohne Follow-up verschenken Sie bares Geld
  • Sprechen Sie Ihren Trainer auf die Nachhaltigkeit an. Er macht sich ohnehin Gedanken darum

Schulungsmaßnahmen können nur dann erfolgreich sein, wenn sie gut strukturiert sind und ein eindeutiges Ziel haben. Das hat jeder schon einmal gehört. Weniger bekannt ist, wie gering der unmittelbare Lernerfolg ist und wie hoch die Vergessenskurve ohne Follow-up ausfällt.

Vergessensrate: Glatte 80 Prozent nach drei Wochen

Wenn Trainer und Coaches ein Follow-up für eine Schulungsmaßnahme ins Gespräch bringen, glauben Auftraggeber häufig, dass der Trainer einfach mehr verkaufen will. Doch ein Weiterbildungsanbieter, der Sie auf Folgemaßnahmen anspricht, bewegt sich auf gut erforschtem Grund. Studien belegen übereinstimmend, dass nach ein bis zwei Tagen bereits das erste Drittel des gerade Gelernten vergessen ist. Nach zwei bis drei Wochen sind 80 Prozent aus dem Gedächtnis verschwunden.

Wenn es um Nachfolgemaßnahmen geht, scheuen viele Unternehmen die Kosten. Es gibt sie nicht umsonst, das ist wahr. Doch genau genommen sind Schulungsmaßnahmen ohne Follow-up verschenktes Geld: Eine Einmal-Investition ist nach drei Wochen mehr oder weniger verpufft.

Die Frage nach den Nachfolgemaßnahmen gewinnt umso mehr an Brisanz, je schwieriger das Thema ist, das Sie angehen. Dort, wo über Jahre gewachsene Strukturen und Gewohnheiten aufgebrochen werden sollen, sind Einmal-Maßnahmen ein schwaches Pflaster. Allzu schnell fallen Mitarbeiter und Führungskräfte in gewohntes Bahnen zurück, ohne es vielleicht zu wollen: Es passiert ihnen einfach intuitiv oder es fällt ihnen schwer, das neu Gelernte in die Praxis zu übersetzen. Oder Mitarbeiter und Führungskräfte fürchten, sich angreifbar zu machen, wenn sie das Neue tatsächlich leben. Sie brauchen Ermutigung und die Sicherheit, dass die Veränderung von der Entscheiderebene gewollt und mitgetragen wird.

Den Trainer fragen: Er kennt sich aus

Pauschale Empfehlungen für sinnvolle Nachfolgemaßnahmen gibt es leider nicht. Je nach Thema und Rahmenbedingungen eignen sich Coaching, telefonische Begleitung, Webinare oder ein halbtägiger Workshop. Entscheidend sind die konkreten Hemmnisse und die Frage, wie die Lücke jeweils zu schließen ist.

Trainern und Coachs ist die Nachhaltigkeit ein ehrliches Anliegen und auf Nachfrage haben sie meist qualifizierte Vorschläge im Köcher. Eines habe ich mir schon länger zur Maxime gemacht: Wenn ich einen Trainer an einen Kunden empfehle, dann bringt ihn die Nachhaltigkeitsfrage nicht ins Schwitzen. Das habe ich geprüft.

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