„Ehrlich verkaufen“ – Aufruf zur Blogparade

Im Mai hatte ich einen Artikel auf dem Trainerlotsen-Blog veröffentlicht: „Mein Traum: Bedingungslose Ehrlichkeit in der Akquise“. Ich arbeite seit Jahren so. Für mich ist das ein vertrauter Gedanke.

Der Artikel hat großes Echo ausgelöst, was mich ziemlich überrascht hat. Offenbar habe ich einen Nerv getroffen und es gibt Gesprächsbedarf. Also habe ich mich entschlossen, das heiße Eisen zu schmieden – und zwar in Form einer Blogparade.

Ich freue mich außerordentlich, wenn Sie mitmachen und einen Artikel beisteuern!

Ein paar Anregungen zum Thema:

  • Gibt es aus Ihrer Sicht absurde Gewohnheiten, über die Sie sich schon immer gewundert haben? Kennen Maschen und Muster, die Sie nicht mehr hören können oder sehen wollen?
  • Kann es „ehrlichen Verkauf“ im werbegefluteten 21. Jahrhundert überhaupt geben?
  • Offiziell mag niemand großspurige Werbung und Täuschung im Verkauf leiden: Weshalb verhalten sich Werber und Verkäufer dann so, wie sie es tun?
  • Oder kennen Sie ein positives Beispiel, einen Verkäufer etwa, der schlicht auftritt und erfolgreich ist?
  • Was bedeutet ehrlicher Verkauf für Sie: Wie kann er funktionieren?
  • Wenn Sie in Sachen „ehrlichem Verkauf“ Handlungsbedarf sehen: Was wäre aus ihrer Sicht zu tun? Wer sind die entscheidenden Akteure? Produzenten? Händler? Politiker? Kunden?

Bringen Sie gerne neue Aspekte ein! Ihr Beitrag kann und darf polarisieren. Das belebt!

Inhaltsverzeichnis aller Beiträge

  1. Jeder will ehrlich verkaufen. Was sonst?
    Annja Weinberger – www.viva-akquise.de
  2. Die Ehrlichkeit im Verkauf muss man sich erarbeiten
    Kerstin Boll – www.quiVendo.de
  3. Ehrlich verkaufen? Dann hört auf zu lügen!
    Heiko Stein – www.allesverhandlungssache.info
  4. Globale Trends: Auch die Welt des Verkaufs steht im Umbruch
    Stefan Häseli – www.stefanhaeseli.ch
  5. Ethik im Verkauf: Der ehrliche Verkäufer darf nicht der Dumme sein
    Helmut Seßlerwww.intem.de
  6. Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht!
    Roger Rankel – www.roger-rankel.de
  7. Lügen haben kurze Beine, aber
    Stephan Heinrich – www.stephanheinrich.com
  8. Darf ich mal nachfragen? … Das Ziel Ihrer Akquise
    Thomas Reich – www.thomas-reich.com
  9. Ehrlich verkaufen” … Ist das nicht ein Widerspruch in sich?
    Dietmar Winter – www.dietmarwinter.de
  10. Ehrlich verkaufen – so konträr wie süßes Salz?
    Armin Jäger – www.texter-hamburg.de
  11. Mehr Taler als Timm Thaler?
    Stephan Stockhausen – www.manufaktur-wachstum.de

  12. Nichts als die Wahrheit im Vertrieb
    Gudrun Traumann – www.gudrun-traumann.com
  13. Ehrlichkeit heißt Klarheit
    Hardselling-Blog von Martin Limbeck – www. -martinlimbeck.de
  14. Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht?!
    Oliver Schumacher – www.oliver-schumacher.de
  15. Heraus mit der Wahrheit: Vertrauen und Ehrlichkeit gehen oft
    Hand in Hand…

    Christina Bodendieck – www.akquise-plus.de
  16. Was ehrliches Verkaufen mit einem fünfzigstem Geburtstag
    und Wunschkunden zu tun hat

    Bettina Stackelberg – www.bettinastackelberg.de
  17. Claudias praktischer Ratgeber zu ehrlich verkaufen
    Claudia Dieterle – www.tipptrick.com
  18. Ehrlich verkaufen
    ‚Sepp‘ von www.sepp-kocht.de
  19. Ehrlich verkaufen? Lügen Sie sich bitte nicht in die eigene Tasche!
    Martina Bloch – www.akquiseblog.de
  20. Ehrlich währt am längsten
    Newsroom von Klaus J. Fink – www.klaus-fink.de
  21. Ehrlich verkaufen
    Daniel Schlingelhof – www.honorar-statt-provision.info
  22. Ehrlich verkaufen – geht das eigentlich?
    „Arsch hoch, Prinzessin!“-Blog von Gabriele Golling – www.arsch-hoch.de
  23. Ehrliches Verkaufen beginnt mit ehrlichem Marketing
    Alexander Christiani – www.christiani-consulting.com
  24. Verkauf und Ethik
    Frank Ohlsen – www.blog.finde-dich-selbst.net
  25. Was Ehrliches Verkaufen mit Voltaire zu tun hat
    Güenther Domes – www.guenther-domes.de
  26. Ethik … oder Monetik?
    Hans-Uwe L. Köhler – www.hans-uwe-koehler.de
  27. Ehrliches Verkaufen: Haifischbecken oder Spassbad?
    Katja Porsch – http://www.katja-porsch.de
  28. Wie lässt sich Coaching verkaufen?
    Monika Birkner – www.monikabirknerfreedombusiness.de
  29. Wer ehrlich ist, kann nicht verkaufen – oder etwa doch??
    Claudia Dietl – www.claudia-dietl.de
  30. Der ‚Verkauf 3.0‘ KANN nur ehrlich sein!
    Andreas Buhr – www.andreas-buhr.com

Blogparade bis zum 15.01.2015: So funktioniert’s

Bitte schreiben Sie einen Artikel zum Thema und veröffentlichen ihn bis Mitte Januar auf Ihrem Blog. Falls Sie kein eigenes Blog betreiben, können wir Ihren Beitrag als Gastartikel auf dem Trainerlotsen-Blog publizieren.

Teilnehmer der Blogparade ist, wer in seinem Artikel auf diese Einladung verlinkt und außerdem auf den Trainerlotsen Bezug nimmt. Damit wir auf jeden Fall von Ihrem Artikel erfahren, schreiben Sie uns bitte hier auf dieser Einladungsseite einen Kommentar und stellen den Link zu Ihrem Artikel ein.

Abhängig von der Substanz der Ergebnisse machen wir aus den Artikeln ggf. ein eBook (PDF) zum Download. Teilnehmer der Blogparade stimmen zu, dass ihr Artikel in diesem eBook aufgenommen werden.

Zum Mitschreiben eingeladen ist jeder, der etwas zum Thema Ehrliches Verkaufen zu sagen hat. Bei reinen SEO-Texten behalten wir uns vor, den Artikel auszuschließen. Gleiches gilt für Artikel ohne erkennbaren Absender und Blogs ohne Impressum. Ein Rechtsanspruch für die Aufnahme eines Artikels in die Blogparade und das eBook besteht nicht.

Bitte weitersagen: #ehrlichVerkaufen

Je mehr Blogger mitmachen, umso besser. Bitte erzählen Sie bei Xing, Twitter, Facebook und Google+ von unserer Blogparade. Ein dickes Dankeschön schon jetzt!

Fragen und Antworten

Was ist eine Blogparade?

Ein Blogger ruft ein Thema aus und lädt andere Blogger ein, einen Artikel beizutragen. Die Artikel werden auf den Blogs der Autoren veröffentlicht – also verteilt im Netz. Damit der Initiator von den Artikeln erfährt, ist es üblich, in den Artikeln mit einem Satz auf den Initiator zu verweisen und zugleich einen Link zur Einladung einzustellen. Der Initiator sammelt die Links zu allen Artikeln und veröffentlicht sie in einem Artikel.

Eine Blogparade hat eine begrenzte Laufzeit von meist sechs oder acht Wochen. Diese hier läuft bis 15.01.2015.

Viele Initiatoren schreiben zum Ende der Blogparade eine Zusammenfassung aus allen Artikeln und veröffentlichen sie in ihrem Blog. Andere produzieren eine eBook als PDF, wie wir es vorhaben.

Weshalb lohnt es sich, mitzumachen?

Der Initiator wie die Blogger werden gegenseitig auf sich aufmerksam, verlinken sich und erweitern ihr Netzwerk. Zugleich stellen sie sich gegenseitig ihren Lesern von. Eine Blogparade ist ein Weg, sich über den eigenen Leserkreis hinaus bekannt zu machen. Und nicht zuletzt kommen viele spannende Ideen zusammen, was die Teilnehmer wie die Leser bereichert.

65 Gedanken zu „„Ehrlich verkaufen“ – Aufruf zur Blogparade

  1. Angelika EderAngelika Eder Artikelautor

    Liebe Autorinnen und Autoren,

    nun schließt die Blogparade ihre Pforten. Bitte lassen Sie mich an dieser Stelle sagen: Es war mir eine Ehre und eine rechte Freude, mit Ihnen allen in diesem Rahmen (wieder einmal) in Kontakt zu kommen.

    Ich habe die zahlreichen Gespräche, Interviews, E-Mails, Denkanstöße, Tipps und Ratschläge aufgesogen, sehr genossen und werde beflügelt damit weiter arbeiten. Sie haben ein Feuerwerk an Ansichten und Einsichten zum Thema Ehrlich verkaufen gezündet, das mich förmlich überwältigt hat und hoffentlich vielen Lesern wunderbare Aha-Erlebnisse bescheren wird.

    Daher noch einmal: Ganz herzlichen Dank für die tollen Beiträge, dass Sie sich die Zeit fürs Nachdenken und die Mühe des Schreibens auf sich genommen haben.

    In Kürze nehme ich erneut Kontakt zu Ihnen allen auf, um Ihre Zustimmung für das E-Book einzuholen. Bis dahin wünsche ich alle frohes Schaffen und ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2015.

  2. Angelika EderAngelika Eder

    Und nun – da wir den Abend des 15. Januar 2015 schreiben – habe ich vermutlich die Ehre, hiermit den krönenden Abschluss dieser Blogparade anzukündigen: Mein Interview mit Andreas Buhr zum Thema Ehrlich verkaufen, das bei ihm den Titel Verkauf 3.0 trägt. Warum, das erfahren Sie hier: http://www.buhr-team.com/de/blog/der-verkauf-30-kann-nur-ehrlich-sein#.
    Übrigens: Für das Interview hat er sich sogar noch ganz kurz vor den bevorstehenden Weihnachtsferien Zeit genommen. Dafür nochmals vielen Dank, Herr Buhr!

  3. Angelika EderAngelika Eder

    Auf den letzten Drücker hat sich auch meine geschätzte Kollegin Claudia Dietl (www.claudia-dietl.de) tiefschürfende Gedanken zum Ehrlichen Verkaufen gemacht. Wer könnte das besser als sie? Schließlich steht sie seit Jahren für wert(e)orientierte Kaltakquise und so heißt auch ihr Buch: Ethisch handeln, erfolgreich verkaufen. Ihren Beitrag unter dem Titel Wer ehrlich ist, kann nicht verkaufen – oder etwa doch?? lesen Sie hier: http://www.trainerlotse.de/wer-ehrlich-ist-kann-nicht-verkaufen-oder-etwa-doch/

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Nein, liebe Frau Birkner, Ihre Darstellung, was einem als ungeübten Coachingsuchenden begegnet, ist überhaupt nicht überspitzt. Auch wenn lobenswerte Ausnahmen die Regel bestätigen: Es ist so ziemlich wörtlich das, was wir in der Trainer- und Coachingvermittlung in den meisten Fällen zu hören bekommen: Alles irgendwie gleich – keine Chance, eine sinnvolle Auswahl zu treffen. Insofern, liebe Kollegin: Dem Volk treffend aufs Maul geschaut, wie man so schön sagt! 😉

      Und nun? Sie empfehlen dem geneigten Leser in der Anbieterrolle ein sog. Signature System? Aha!? Was ist das denn? Ah ja, eine systematische Vorgehensweise also, die den Coach unverwechselbar macht. Ein System für nachvollziehbare und vor allem reproduzierbare Ergebnisse. Hmmm … interessant … aber na klar, so könnte es klappen: Kunden wünschen sich ja in aller Regel vor allem eins: Sicherheit, das Richtige zu kaufen. Und wer ihnen als Coach eine klare Linie vorgeben kann, was wann wie passieren wird, hat da einfach die Nase vorn.

      Chapeau, nochmal ein ganz neuer und besonderer Zugang zum Thema Ehrlich verkaufen! Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht verraten – schließlich sollen die Leser ja Ihren Artikel im Ganzen lesen. Das kann ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen. Und zwar nicht nur den Coaches dieser Welt, sondern ausnahmslos allen, die sich als Anbieter in einem ziemlich gesättigten Markt wiederfinden – und trotzdem erfolgreich sein wollen.

      1. Monika Birkner

        Liebe Frau Eder,

        danke schön für Ihre Bestätigung aus Ihrer Praxis und die Leseempfehlung

        Ich sehe es wie Sie: Das Thema betrifft letztlich alle Selbstständigen.

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Vielen Dank, Frau Rost! Hier spricht die Haijägerin – ganz persönlich und aus ihrer eigenen Geschichte, die zeigt: Auch Haie stoßen sich mal die empfindliche Hainase. Sehr erleichternd …

      Auch in Ihrem Beitrag finde ich (ähnlich wie bei Martin Limbeck) einen dieser Sätze, bei denen mein Herz höher hüpft: Bei Ihnen heißt er: „Warum nennen wir nicht einfach den Preis, stehen dazu und halten unsere Klappe?“ Genau! Warum nicht? (Die Auflösung liefern Sie ja selbst in Ihrem Beitrag sehr schön mit).
      Ich finde das auch am besten und halte es so. Gleiches gilt für die Frage nach dem Risiko: Raus mit der Wahrheit! Alles andere macht doch für niemanden Sinn – und niemanden glücklich. Meine Kunden lieben das. Und vermutlich auch Ihre, Ihre und Ihre.
      Ich plädiere also sehr für diese Geradeaus-Verkaufskultur. Ehrlich verkaufen halt, oder in Ihren Worten: Raus aus dem Haifischbecken!

  4. Angelika EderAngelika Eder

    Endspurt! Hier rollt gerade eine echte Textwelle und ich bin begeistert über die neuen Beiträge. Hier kommen noch zwei Gastbeiträge, einer davon sogar vom ‚LoveSeller‘ Hans Uwe L. Köhler. Er braucht nicht viel Worte, um auf den Punkt zu bringen, was ehrliches Verkaufen für ihn bedeutet. Aber lesen Sie selbst, was er unter dem spannenden Titel Ethik … oder Monetik? zu sagen hat: http://www.trainerlotse.de/ethik-oder-monetik/

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Schönes ‚Kochrezept‘ für Ehrliches Verkaufen – danke, Herr Ohlsen! Ihr Blogbild finde ich übrigens auch sehr schön. Selbst geschossen? Wenn ja, dann sicher irgendwo im Urlaub, an einem wunderschönen Ort an einem wunderschönen Tag. So sieht es zumindest aus …

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Lieber Daniel,

      vielen Dank, dass auch Du meinem Blogaufruf gefolgt bist. Ich hatte schon gehofft, dass Dich als Honorarberater das Thema besonders anspricht.

      ‚Geld ist für die Menschen da‘, weiß auch unsere Hausbank – und nicht umgekehrt. Und dass ausgerechnet die Finanzmärkte nicht zu den Musterschülern ehrlichen Verkaufens zähl(t)en, ist kein Geheimnis. Deshalb ist es für mich als Konsumentin nicht nur logisch, sondern auch attraktiv, wenn ich dazu eine verlässlich unabhängige Beratung bekommen, bei der wirklich nur MEINE Belange zählen – und dafür zahle ich dann auch gern. Wenn ich nicht die Einzige bin, die das so sieht, dann blickst Du und Deinesgleichen rosigen Zeiten entgegen! 😉

  5. Alexander Christiani

    Gerne greife ich die Idee zu diesem Thema auf und denke besonders an eine Begebenheit mit einem Kunden.

    Nachdem dieser auf dem Seminar sein Video zur Herkunftsgeschichte aufgenommen hatten, sagte er: „Das ist viel besser als alles andere was ich im Marketing bis jetzt gemacht habe. Ich kann ehrlich erzählen, dass es nicht immer einfach war. Welche Herausforderungen ich auf dem Weg zum Erfolg hatte. Ich dachte immer, dass es wichtig sei immer nur darzustellen wie toll alles gelaufen ist, so, wie es meine Agentur auch immer umgesetzt hat und mir empfohlen hat.“ Zwei Wochen später schickte er eine Mail. Darin schilderte er die positiven Reaktionen einiger seiner Kunden auf dieses Video und war überwältigt über die Reaktionen.

    Deswegen freue ich mich Ihnen den Blog hier vorzustellen:
    http://alexanderchristiani.tumblr.com/post/107679245327/ehrliches-verkaufen-beginnt-mit-ehrlichem

    Viel Spaß beim Lesen
    Ihr Alexander Christiani

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Nette Geschichte, lieber Herr Christiani!
      Ja, ich kann mir die Erleichterung Ihres Kunden gut vorstellen, als er sich bei seiner Vermarktung plötzlich nicht mehr verbiegen musste. „1000 Augen Kommunikation“ – da hatte mich ohnehin schon der Titel neugierig gemacht und ich darf sagen: Sehr interessanter Ansatz!

      Als ich mir Ihren Artikel zu Gemüte geführt habe, war ich aber vor allem verblüfft, dass Sie über die Marketingbedeutung der Unternehmerpersönlichkeit einen weiteren gänzlich neuen Zugang zum Thema Ehrlich verkaufen gefunden haben. Hätte nicht gedacht, dass das noch geht … besten Dank dafür!

  6. Pingback: Ehrlich verkaufen – geht das eigentlich? | Arsch hoch, Prinzessin!

  7. Pingback: Ehrlich verkaufen

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Sie haben vollkommen recht, Herr Fink!

      Mit der Reizüberflutung ist das so eine Sache. Sie löst nämlich eine Art Has-und-Igel-Wettrennen zwischen Kunden und Käufern aus. Der Verkäufer meint, immer lauter trommeln zu müssen, während sich der – leider nicht mehr so geneigte – Kunde die Ohren immer zuhält („lalalalala …“ Sie wissen sicher, was ich meine).

      Daher kann ich uns allen nur wünschen: Ihr Wort in Gottes Ohr! Möge es tatsächlich so sein, dass ein Umdenken einsetzt und der echte Kundendialog mehr und mehr Bedeutung gewinnt. Dann könnten wir die Hände wieder von den Ohren nehmen und uns gegenseitig zuhören. Ohne fürchten zu müssen, dass wir mit einem Kühlschrank nach Hause gehen, obwohl wir Eskimo sind.

  8. Angelika EderAngelika Eder

    So kenne ich dich, liebe Martina: konstruktiv-kritisch und analytisch. Mit Deinem Schlusswort spielst Du den Ball sehr elegant zurück ins Spielfeld der Bloginitiatorin. „Was meinst Du eigentlich mit ehrlich?“

    Das löst nachdenkliche Runzeln auf meiner Stirn aus: Tja, wie meinte ich das nochmal konkret? Nach kurzem Nachdenken weiß ich es aber doch wieder ganz genau: Ehrliches Verkaufen ist für mich ein sehr präsentes Gefühl, das sich während eines jeden guten Verkaufsgesprächs wohltuend einstellt. (Ist etwas schwer zu beschreiben, aber in meiner Podcastfolge 14 ‚Respekt UND Erfolgsüberzeugung am Telefon‘ gehe ich anhand eines Beispiels darauf näher ein und wer es sich anhört, hat vielleicht ein Aha-Erlebnis.)

    Am besten beschrieben ist dieses Gefühl mit ‚etwas Wahres tun‘, ‚im Reinen mit sich selbst sein‘, vermutlich weil ich dann im Gleichklang mit meinen Werten bin. Es stellt sich zum Beispiel ein, wenn ich dem Kunden am Telefon sagen kann: ‚Mit einem Nein kann ich wunderbar leben, solange Sie mir den Grund dafür nennen.‘ Denn genau so meine ich es eben auch. Oder wenn ich einem Kunden erläutere, was er in der Zusammenarbeit mit mir erwarten kann, was er von mir NICHT bekommt oder wenn ich nicht die Richtige für ihn bin, sondern zum Beispiel … Du. (Du, liebe Martina, warst mir mit Deiner Klarheit in dieser Hinsicht sowieso immer schon ein großes Vorbild!)

    Genau so schnell und elementar spüre ich aber auch, wenn ich mich auf die Ränder meines Wertesystems zubewege, was mir natürlich auch manchmal passiert. Dann muss ich mir auch mal etwas schönreden oder ‚mir in die Tasche lügen‘, wie Du es beschreibst. Aber genau an diesen Rändern (in Ausnahmefällen sogar jenseits davon :-o) findet etwas ganz Wichtiges statt: Lernen!

    Nach einem nicht so wahren, wertkongruenten Verkaufsdialog bleibt ein schaler Nachgeschmack und die eigene Unzufriedenheit. So was will man ja bloß nicht täglich! Da kommt die berühmte Lesson learned: Nee, so mache ich das in Zukunft sicher nicht mehr! Damit schärft sich mein Wertekorridor automatisch und ich werde immer klarer, was für mich ‚mittenmang-ehrlich‘ und was nur noch ‚rand-ehrlich‘ ist. Wo es sich besser anfühlt, ist ja klar.

    Damit ist aber auch klar, dass dieser emotionale Lackmustest vor allem auf der persönlichen Ebene funktioniert – wenn auch innerhalb gesellschaftlicher Grenzen des do & don’t, die aber eher als Gummiparagraphen daherkommen. Jeder macht es mit sich ganz allein aus, wie breit sein Ehrlichkeitkorridor ist. Somit bleibt, sowohl in der Bloch’schen als auch in meiner Logik: Wer sich routiniert in die Tasche lügt, kann damit wunderbar durchs Verkäuferleben kommen, solange er keinen Gummiparagraphen überdehnt. Es entgeht ihm womöglich aber das wohltuende Gefühl, was Wahres zu tun und im Reinen mit sich selbst zu sein. It’s up to all of you!

  9. Pingback: Ehrlich verkaufen? Lügen Sie sich bitte nicht in die eigene Tasche! – Akquiseblog

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Lieber Sepp, (wenn ich Dich mit dem saloppen Blogger-Du ansprechen darf)

      eigentlich sagt man: Oh, da hast Du jetzt aber ein großes Fass aufgemacht. Analog dazu wäre das bei Dir der große Kochtopf. Das freut mich als überzeugte Slowfood-Anhängerin besonders, dass wir hier nun auch einen beinahe trainings- und coachingfreien Artikel zum Thema Lebensmittel lesen dürfen. Danke! Denn klar: Was fällt uns allen denn als Erstes ein, wenn wir von Betrug im Handel hören? Das, was uns selbst am nächsten ist – nämlich das, was wir zu uns nehmen.

      Mit Deinem ‚Ehrenkodex‘ hast Du ja fast so was wie die 10 Gebote des ehrlichen Verkaufens formuliert und wer würde sich deren Einhaltung für sich selbst als Kunde nicht auch wünschen? Aber ’s ist halt oft so schwer, solche Selbstverpflichtungen konsequent über einen langen, WIRKLICH langen Zeitraum durchzuhalten. Da wird mir ein kochender Sepp, der sich auf dem Blog als ‚alleinstehenden, übergewichtigen Mann‘ bezeichnet, vermutlich recht geben. Vielleicht bekommen wir hier oder auf Deinem Blog dazu noch brauchbare Hinweise von geneigten Lesern …

      Überhaupt: Bei der Lektüre Deiner Über mich-Seite habe ich herzlich gelacht, die kann ich allen Lesern sehr ans Herz legen, nicht nur den Singlemännern. Weil ich ein furchtbar neugieriger Mensch bin, habe ich mich gleich auf die Suche gemacht, welcher sympathische Mensch wohl hinter ‚Sepp kocht‘ stecken mag. Und – bin fündig geworden, Du wirst schon sehen!

  10. Pingback: Ehrlich verkaufen |

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Ihnen auch einen (neuerlichen) guten Morgen, Frau Dieterle!

      Fein, dass das Thema Sie anspricht. Ich habe Ihren Beitrag auf Ihrem Blog gestern Abend mit Vergnügen gelesen und kenne Ihren Groll selbst nur zu gut, z. B. mit den Mengentricksereien. Unsere wochenendlichen Frühstücksbrötchen scheinen mir auch immer kleiner zu werden – oder hat es etwa (auch) andere Gründe, warum ich früher nach einem Brötchen rundum satt war und heute schon eineinhalb esse? 😉

      Aber Scherz beiseite, Sie greifen wirklich sehr bedenkliche Entwicklungen auf und beleuchten Sie einzeln sehr schön mit der Lupe des kritischen Kunden. Jede für sich ist dabei nicht wirklich dramatisch, aber zusammengenommen ergeben sie das Bild einen unguten Trends, den ich wünschte, bremsen zu können. Da bin ganz beim Kommentar Ihrer Leserin Ann-Bettina, die leider zu Recht schreibt: Ehrlich verkaufen ist so selten, dass es schon wieder als USP gelten kann.

      Ein hübsches Detail finde ich übrigens den Kommentar eines Ihrer Leser namens Peter Ehrlich … Name ist bei ihm wohl Programm! Gut so.

      Vielen Dank für Ihren Beitrag und auch den Kommentatoren ein Dankeschön!

  11. Bettina Stackelberg

    ???
    ……… dachte ich mich zuerst, als Sie, liebe Frau Eder, mich zur Blogparade eingeladen haben. Hmmm……..Bettina Stackelberg, die Frau fürs Selbstbewusstsein® ist Coach und Buchautorin – aber das Thema „Verkauf“? Aber Sie haben sich ja was dabei gedacht, mich einzuladen, nicht wahr!? 🙂

    Und deshalb trage ich zu dem Thema ein paar höllisch egoistische Argumente bei und verrate Ihnen und den Lesern, was „ehrlich verkaufen“ mit Wunschkunden und einem 50.Geburtag zu tun hat.
    http://bettinastackelberg.de/ehrliches-verkaufen-mit-einem-fuenfzigstem-geburtstag-und-wunschkunden-zu-tun-hat/

    Wunderbare Beiträge bisher, danke!

    Herzlichst, Bettina Stackelberg

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Meine liebe Frau Stackelberg,

      jetzt wissen Sie, warum ich auch und besonders SIE als ausgewiesene ‚Nicht-Verkäuferin‘ *) zu meiner Blogparade eingeladen habe: Von Ihnen darf man immer Außergewöhnliches erwarten! Prompt ist aus Ihrer Feder bzw. Tastatur ein wunderbarer Text geflossen, der ‚mich quasi total antextet‘ (sehr hübsche Formulierung!). Ich fühle mich jedenfalls SEHR angesprochen und bin sicher, es wird allen Lesern so gehen, die auch nur entfernt etwas mit Kunden zu tun haben.

      Auch wenn es zu Ihrem runden Geburtstag noch etwas hin ist, wünsche ich Ihnen schon heute, dass Ihnen nur noch und ausschließlich solche Wunschkunden begegnen mögen wie die, die Sie so schön beschreiben. Danke dafür!

      *) und ob das so stimmt, da wollen wir doch auch noch mal ein dickes Fragezeichen dran machen;-)

  12. Angelika EderAngelika Eder

    Heute meldet sich ein ausgewiesener Außendienstprofi zu Wort: Dietmar Winter. Wir sind ‚gute, alte Vetriebs-Businessfreunde‘, wenn ich das mal so nennen darf und ich schätze Herrn Winter von Anfang an für seine wohltuende Gradlinigkeit. Die blitzt auch in seinem Blogartikel durch, in dem er sich fragt, ob ehrlich verkaufen nicht ein Widerspruch in sich ist. Zu welchem Ergebnis er kommt, finden Sie hier: http://www.trainerlotse.de/trainermarketing-kundengewinnung-akquise-widerspruch/

  13. Christina Bodendieck

    Hallo Angelika,
    es gibt sicher Situationen,in denen es schwer ist über Recherche und Netzwerk herauszufinden, wo der Kunde steht, bzw. ihn der Schuh drückt.
    Ich mache gute Erfahrungen, wenn ich diesen Gesprächspartnern eine konkrete Idee anbiete und herausfinde, wie interessant das ist. Falls es nicht passt erhalte ich durch Fragestellungen Angaben über den Bedarf meines Gesprächspartners und greife das auf.

    Beste Grüße
    Christina Bodendieck

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Exakt, liebe Christina!

      Schön, dass Du Dich nochmal zu Wort meldest. Genau so wie Du mache ich das auch: Eine Idee entwickeln, die zum Kunden passen KÖNNTE. Die muss ja nicht sofort die perfekte Lösung sein (kann sie ja gar nicht), aber darüber kommt man einfach gut ins Gespräch. Wir beide sind also mal wieder ganz d’accord 🙂

      Liebe Grüße zurück & schönen 4. Advent, wünscht
      Angelika

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Ich bin uneingeschränkt Deiner Meinung, liebe Christina!
      Erstmal aber auch an Dich mein herzliches Dankeschön, dass Du Dich an der Blogparade beteiligst und sogar noch vor Weihnachten lieferst!
      Meine Erfahrung zeigt, dass viele Anbieter (allen voran meine ohnehin kommunikations-sensiblen Trainer, Berater & Coaches) durchaus wissen, dass vor (oder zumindest beim) ersten Kundenkontakt der Aufbau von Vertrauen eine nicht unwichtige Sache ist. Die Krux ist: Sie wissen oft nicht, WIE.

      Wenn ich jetzt mal in den Schuhen Deiner und meiner Klientel sprechen darf, würde ich die Frage ungefähr so formulieren: ‚Klar würde ich meine Leistungen gern bedarfsgerecht anbieten – aber woher soll ich denn den Bedarf kennen, wenn es noch gar keinen Kontakt gibt?‘
      Ich finde, das ist eine berechtigte, da praxisrelevante Frage. Du beantwortest sie folgerichtig auch mit der gründlichen Vorabrecherche, die heute einfach wirklich dazugehört. Doch was, wenn da nichts zu recherchieren ist?! Hier würde mich Deine Meinung interessieren und wenn Du magst, lass uns doch dazu hier noch ein, zwei Sätze aus Deinem Nähkästchen lesen.
      Meine Antwort an der Stelle lautet oft: Fragen ist erlaubt! Und Annahmen bilden auch. Also in etwa: ‚Lieber Kunde, unter der Voraussetzung, dass A (Annahme) gegeben ist, könntest Du B (meine Leistung) brauchen. Ist A denn korrekt?‘ Wohlgemerkt: A sollte keine Plattitüde sein, die die Spatzen von den Dächern pfeifen. Das Entscheidende ist, dass der Kunde das gute Gefühl haben darf, dass ich mich als Anbieter seriös mit ihm, GENAU ihm befasst habe, ehe ich ihn ’schräg von der Seite anquatsche‘. Dann kann ich ihn auch gezielt mit meiner These konfrontieren UND – genau wie Du es ja auch beschreibst – mit Aktivem Zuhören ins Boot holen, sprich: bis zum Auftrag bringen. Oder?

  14. Angelika EderAngelika Eder

    Dankenswerter Weise ist auch Thilo Baum (www.thilo-baum.de) meinem Aufruf zur Blogparade gefolgt: Er spielt mit den gelegentlich skurrilen Folgen unehrlichen Verkaufens, indem er den eigentlichen Ur-Akt des Gebens und Nehmens konsequent zu Ende denkt. Seine Gedanken über ‚brauchen‘ und ‚wollen‘ münden unter anderem aber auch darin, dass kein Mensch Joghurt braucht. Schade, wo ich den doch so gerne esse …
    Aus all dem entwickelt er seine ganz persönlichen Tipps zum ehrlichen Verkaufen – und probiert sie mit einer Miniwerbung für sein neues Buch auch gleich an uns aus. Lieber Herr Baum, wir wollen später wissen, ob das funktioniert hat! 😉 Jedenfalls wünsche ich vergnügliches Schmökern unter http://www.thilo-baum.de/lounge/business/ehrlich-verkaufen-ist-kundenorientierung/

    1. Angelika EderAngelika Eder Artikelautor

      Die werde ich haben, lieber Herr Schumacher!

      Vielen Dank für Ihre guten Feiertagswünsche, Herr Schumacher!
      Ein paar Tage sind ja noch hin bis Weihnachten und ich werde mich – nur um das Bruttosozialprodukt zu unterstützen, versteht sich – angemessen in den Weihnachtskaufwahn stürzen. Was wird mir dieses Jahr ein besonderes Vergnügen sein? Ihre kleine Ver-Käufertypologie! Mal eine Antenne ausfahren, um kurz-vor-Toresschluss mal ganz live und in der Praxis zu gucken, mit wem wir es auf beiden Seiten des Counters zu tun haben: Nur mit einem schlechten Verkäufer? Oder gar schon mit einem bösen? Und der Kunde? Ist der ’nur‘ egoistisch – oder gar schon kriminell? Das wird ein Spaß … oder vielleicht auch nicht … Nun, Weihnachtsstress fördert vermutlich nicht immer das Beste im Menschen zutage. Das möge die Reflektion über Ihren Artikel dafür umso mehr! Herzlichen Dank dafür und Ihnen besonders entspannte Feiertage.

  15. Martin Limbeck

    Ehrlichkeit im Verkauf – das ist ein großes Thema. Denn Verkaufen ist nicht kühl, technisch, methodisch, sondern hoch emotional und leidenschaftlich. Und eine der wichtigsten Emotionen zwischen Verkäufer und Kunde ist das Vertrauen. Bleibt der Kunde mit einem Gefühl wie oben zurück, ist bereits etwas gründlich schief gelaufen. Erfolg stellt sich nur dann dauerhaft ein, wenn beide den Tisch als Gewinner verlassen. Es geht immer um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, von dem beide profitieren müssen.

    Ehrlichkeit heißt Klarheit – meinen Beitrag zu dieser Blogparade finden Sie hier: /www.managementtraining.de/2014/12/ehrlichkeit-heisst-klarheit

    1. Angelika EderAngelika Eder

      „Guten Tag, ich bin Verkäufer und möchte Ihnen etwas verkaufen“. Mein Vertrieblerherz jubiliert bei derartigen Sätzen: Ja genau! Warum denn nicht so erfrischend gradeaus ?!
      Genau das, was ich seit Jahren selbst – nicht ganz erfolglos – praktiziere und natürlich auch meinen Kunden ans Herz lege. Warum? Weil sie so am einfachsten das Vertrauen des Kunden gewinnen. Eine hidden agenda spürt der andere doch sofort – und dann ist das zarte Pflänzchen Kundenbeziehung schnell zerstört.
      Aber der Gradeaus-Verkauf fällt offenbar den meisten ziemlich schwer. Warum? Meine Theorie lautet: Dem Verkaufen haftet hierzulande immer noch ein ‚Geschmäckle‘ an, das in einem tief sitzenden Glaubenssatz wurzelt: Verkaufen ist … irgendwie ‚pfui bäh‘. Schade! Daran sollten und dürfen wir arbeiten.

      Vielen Dank, Herr Limbeck, dass Sie die Fahne fürs ehrliche, vertrauensbildende und ja, stolze! Verkaufen konsequent hoch halten. Vielleicht holen wir so unser Handwerk Verkaufen – und damit auch die Akquise – erfolgreich aus der Schmuddelecke? Dieser Mission schließe ich mich auf jeden Fall gern und mit fliegenden Fahnen an.

      1. Angelika EderAngelika Eder

        (Noch) nicht so berühmt, aber nicht minder radikal übernimmt Thomas Reich (www.thomas-reich.com) den Blogstab von Martin Limbeck. Er reduziert das Ehrlich verkaufen auf einen einzigen Satz, mit dem er den Kunden im allerersten Gespräch konfrontiert: http://www.trainerlotse.de/trainermarketing-akquise-kundengewinnung-ziel/

        Sehr erfrischend, lieber Thomas! Vielleicht solltest Du Dich mal mit Martin Limbeck zusammentun? Daraus entstünde sicher eine hoch interessante Gemengelage, die den hierzulande offenbar ganz schön verschnarchten Verkaufshabitus wohl einigermaßen aufmischen würde …

  16. Pingback: Ehrlichkeit heißt Klarheit

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Oh ja, la bocca della verità! Sehr schöne Idee, liebe Frau Traumann!

      Ich kenne diese Mutprobe vom Kirmes meiner Kindheit und es erschien mir damals schlichtweg unmöglich, die Hand hineinzustecken. (dabei habe ich ganz bestimmt nicht mehr gelogen als andere Kinder 😉 Aber sogar noch heute befällt mich ein leises Unbehagen, wenn ich die Dinger auf dem Dom rumstehen sehe.
      Nicht, dass ich es täte, aber das Gedankenexperiment sei mal erlaubt: Was würde wohl passieren, wenn ich meine Vertrieblerhand da hineinsteckte? Finde ich Gnade in den Augen der gestrengen Wahrheitsgötter? Wie lange rechnen die zurück? Bin ich schon LANGE genug ehrlich – oder gucken die auch in meine tiefste, aller-schwärzeste Vergangenheit, für die ich natürlich nicht so ohne Weiteres meine Hand ins Feuer, Pardon, in den Mund legen möchte? Und war ich wohl auch ehrlich GENUG? Oder habe ich eine andere Messlatte als die geheimnisvollen Richter?
      Und überhaupt: Wer hat denn darüber zu urteilen? Klar, in vorletzter Konsequenz natürlich der Kunde. Er entscheidet im Zweifel durch Abstimmung mit den Füßen. Aber in der allerletzten Konsequenz lande ich, schwupps, immer wieder bei mir selbst. Ich fasse mich also an die eigene Nase und mein Gewissen sagt: ‚Puh, Du kannst Deine Hand lassen, wo sie ist. Du bist im Großen und Ganzen schon ganz ordentlich ehrlich und das nun auch schon lange genug – aber a bissl was geht bekanntlich immer. Also halt Dich ran und lass nicht nach.‘
      In diesem Sinne: Danke für das schöne Bild, liebe Frau Traumann, es wird mich als Motivator bei meinen Verkaufsgesprächen in Zukunft stets begleiten!

    1. Angelika EderAngelika Eder

      „Selbstständ-ich-keit“. Damit erwischen Sie mich bei meinem Wortspiel-Faible, lieber Herr Stockhausen. Dieses hier ist aber nicht nur hübsch. Wenn ich mir Ihren Beitrag länger auf der Zunge zergehen lasse, gewinnt er an beunruhigender Tiefe: Als Anbieter [Persönl-ich-keit] immer so bei sich selbst zu bleiben, dass man nicht Gefahr läuft, durch Umsatz [= Geld] korrumpiert zu werden ist ein ganz schön sportlicher Anspruch. Aber: Zutiefst ehrl-ich! Haben nicht viele von uns genau dafür den Sprung gewagt? Weil sie sich in einem beruflichen Kontext wiederfanden, der tägliches Verbiegen unhinterfragt voraussetzt? Ich höre das zumindest beängstigend häufig. ‚Ehrlich arbeiten‘ wäre dann wohl der Titel dieser Blogparade.
      Wie auch immer: Vielen Dank für Ihre differenzierten Überlegungen zum Thema und keine Frage: Wäre das hier ein Schachturnier, würde ich Sie als Veranstalterin gern gegen die Ihnen gut bekannte Kerstin Boll antreten lassen, die weiter oben die Gegenrede führt. Motto: Moral versus Konto. Ohne Eintritt dafür zu nehmen, versteht s-ich. 😉

      1. Stephan Stockhausen

        Danke für die Blumen, Frau Eder.
        Frau Boll hat mit ihren zeilen grundsätzlich natürlich recht. Und zugleich erleben wir in Dienstleistung die zeit nach dem kauf ja anders als beispielsweise ein Autoverkäufer. Insofern „rächt“ sich manche Fehlhaltung dann später zwar nicht auf dem materiellen, aber wohl emotionalen Konto.
        M. E. braucht es eine dynamische Balance zwischen Moral und Konto, also ein gesundes sowohl-als-auch statt entweder-oder.
        Mit diesem Satz kneife ich damit aber wohl vor der gewünschten Schachpartie 😉
        Nur das Beste zum neuen Jahr,
        Stephan Stockhausen

  17. Angelika EderAngelika Eder

    Lügen haben zwar kurze Beine, aber allzu viel Ehrlichkeit trägt auch nicht weit, sagt Stephan Heinrich (www.stephanheinrich.com) im neuesten Artikel zur Blogparade Ehrlich verkaufen.
    Aha!? … Zuviel Ehrlichkeit kann dem Verkaufsprozess also auch schaden? Warum, lesen Sie in Herrn Heinrichs Blogbeitrag: http://www.trainerlotse.de/trainermarketing-ehrlich-verkaufen-luegen-kurze-beine/

    Danke für diese Anregung, lieber Herr Heinrich. Sie macht es uns womöglich etwas leichter! 🙂

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Lieber Armin, gerade überlege ich mir schöne Worte, um Deine wunderbaren Gedanken zum ehrlichen Verkaufen gebührend zu würdigen. Weil es aber furchtbar schwer ist, mit Deinen Texten auch nur annähernd mitzuhalten, will ich mir Deinen Beitrag nochmal durchlesen. Und finde diesen Kommentar, den Du inzwischen dafür geerntet hast. Wunderbar! Schöner kann ich’s auch nicht sagen und daher zitiere ich nun einfach Herrn oder Frau K., nicht ohne mich auch bei ihm oder ihr herzlich zu bedanken:

      Autor: K. (Freitag, 12 Dezember 2014 10:16)
      „Es ist Freitag, 10.15 Uhr, ich schiebe meine Aufgaben vor mir her, an diesem regnerischen Tag in Hamburg. Und dann lese ich diesen Artikel und lächle, kann nicht mehr aufhören, weil Sie es so wunderbar auf den Punkt bringen. Ich weiß, das ist Ihr Job, ich wollte Ihnen auf diesem Weg nur mitteilen, dass es sehr gut gelungen ist.“

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Oh ja, lieber Herr Stein! Erwartungen voll erfüllt, würde ich sagen! Und wie! Klar hatte ich SOFORT eine ganze REIHE von Werbungen im Kopf, die dem von Ihnen beschriebenen Muster folgen. Jajaja … Sie haben ja recht: Auch was ‚die Verkoofe‘ angeht, erkenne ich die Muster wieder und muss mich bei dem einen oder anderen gar selbst an die eigene Nase fassen.

      Dabei merke ich: Ehrliches Verkaufen ist auch Produkt einer persönlichen Entwicklung, die (zumindest bei mir) auch über den Umweg des Tricksens geführt hat. Erst wenn man eine gewisse Reife (Alter genannt 😉 erreicht, wird einem klar: So will ich mich nicht mehr verbiegen – verkaufen muss doch auch anders gehen, gradeaus nämlich. Geht auch. Und fühlt sich sogar richtig gut an. Warum? Sie wussten es: Nicht zuletzt, weil das Vertrauen der Kunden zurückkehrt.

      Vielen Dank für diesen bemerkenswerten Beitrag, lieber Herr Stein!

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Sehr schön, liebe Kerstin!

      Deine Texte zu lesen ist einfach immer wieder ein Vergnügen: ‚es sich leisten können‘ als die schlichte Kehrseite der glänzenden Medaille Ehrlichkeit. Sehr feinsinnig aufgedröselt, meine Liebe! Ja, das stimmt. Schon Bert Brecht wusste schließlich, dass das Fressen vor der Moral kommt.

      Konsequent zu Ende gedacht bedeutete dies, dass wir idealerweise nicht verkaufen dürften, wovon wir nicht leben können. Ich ahne dunkel, wie sehr das unsere heutigen globalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen vom Kopf auf die Beine stellen würde. Ein großes Thema für eine eigene Blogparade …

  18. Pingback: Die Ehrlichkeit im Verkauf muss man sich erarbeiten

    1. Angelika EderAngelika Eder

      Liebe Frau Weinberger,

      ein ganz herzliches Dankeschön für diesen wunderbaren Artikel zum Ehrlichen Verkaufen. Und wieder zeigt sich: Man lernt nie aus! Ihr ‚Oxymoron‘ musste ich – ganz ehrlich – erstmal nachschlagen und weiß dank Wikipedia jetzt, dass es sich dabei um ‚eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen‘ handelt. So hatte ichs noch nicht gesehen, aber da ist was dran! Vielen Dank für Ihre differenzierten Überlegungen zum kaufen, verkaufen und ehrlich vermarkten!

      Im Übrigen bin ich ganz und gar bei den Etappen Ihres Akquise-Rundgangs: Auch meine Kunden mache ich zu Beginn der Zusammenarbeit oft darauf aufmerksam, dass der Erstkontakt zum Kunden (einerlei auf welchem Weg er erfolgt) vorrangig dazu dient, dass dieser Kunde
      a) zunächst einmal erfährt, dass es Sie als Anbieter überhaupt gibt,
      b) Ihre Leistungen kennenlernt und das so kurz & bündig,
      c) dass er eine erste (emotionale) Position dazu beziehen kann, ob er sie brauchen könnte.

      Wenn dann sofort ‚mehr‘ geht – wunderbar! Dann DARF man auch verkaufen, ganz ehrlich und ohne schlechtes Gewissen. Schließlich dreht sich diese unsere Welt am Ende immer auch ums Geld verdienen – und niemand muss sich dafür schämen, dass er Teil dieser gesellschaftlichen Abmachung ist. Oder?

  19. Pingback: Jeder will ehrlich verkaufen. Was sonst? › Annja Weinberger Communications

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