Führungskräfte-Seminare: Weshalb so altbacken?

Manfred Meyer Trainervermittlung 1 Comment

  • Mitarbeiter sind unzufrieden mit der Führungskompetenz ihrer Chefs.
  • Führungskräfte besuchen deshalb Seminare, jedoch bemängeln sie den geringen Praxiswert.
  • Das ist doch merkwürding: Wer kauft die Seminare eigentlich ein?

Osterhasen im Januar, Dominosteine im August. Jedes Jahr auf’s Neue frage ich mich: Wer kauft das eigentlich? Doch nicht nur der private Konsum hat seine Geheimnisse. Auch im B2B-Geschäft gibt es Unverständliches und Mysteriöses.

Unzufriedenheit in den Unternehmen, Hausmannskost in den Katalogen

Auf meinem Schreibtisch liegen Kataloge mittlerer und großer Seminaranbieter. Ich blättere und finde Seminarangebote wie vor 10 oder 15 Jahren. Und zwar viele. Es ist das Gros des Angebots – gute Hausmannskost, keine Frage. Doch haben sich die Anforderungen an Führung und Kommunikation nicht radikal geändert?

  • Schon seit Jahren bemängeln Führungskräfte, dass die Seminare viel zu wenig an der betrieblichen Praxis ausgerichtet sind.
  • Zugleich kennt keiner die Zahl der Studien und Befragungen, die die Unzufriedenheit der Mitarbeiter belegen und den Führungskräften ein schlechtes Zeugnis ausstellen (Beispiel).

Wenn keine Seite zufrieden ist: Wer kauft diese Seminare eigentlich ein?

Es muss einen großen Markt dafür geben, doch mich beschleicht ein ungutes Gefühl: Gesellschaftliche Lebensstile und Erwartungen haben angefangen, sich zu verändern. Vieles ist noch in den Anfängen, doch der Prozess ist unumkehrbar.

Nachwuchsführungskräfte zu rekrutieren, etwa, ist schwieriger geworden. Anders als ihr Väter sind junge Führungskräfte heute n icht mehr bereit, ihr Leben mehr oder weniger komplett der Karriere zu widmen. Längst ist eine Karriere als Führungskraft keine Selbstverständlichkeit mehr.

Und das ist nur ein Beispiel: Wo gibt es Seminare, in denen Modelle für zeitlich begrenzte, an Projekten orientierte Führungsarbeite vorgestellt werden? Wie wollen wir mit der Komplexität in der Wirtschaftswelt umgehen? Oder damit, dass es kaum noch zeitlich sinnvoll eingrenzbare Planungshorizonte gibt?

In den Seminarkatalogen finde ich wenig dazu.

Was sagt denn Ihre Führungskraft?

Es bleibt die Frage: Wer kauft ein? Werden Führungskräfte nach ihren Bedürfnissen gefragt? Irgendwo dort muss der Haken liegen. Womöglich sind Führungskräfte viel offener als gemeinhin gedacht. Einfach einmal nachfragen: Das wäre doch ein Anfang für eine praxisnahe betriebliche Aus- und Weiterbildung.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

Kommentare 1

  1. Ich glaube ja, dass die Antwort ganz einfach ist: Die meisten Unternehmen werden von Führungskräften geprägt, die in ihrer Entwicklung selbst durch diese Seminare gegangen sind. Und was für mich gut war (sonst wäre ich ja nicht da, wo ich heute bin), muss dann auch für die anderen gut sein … 😉

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