Aufwand in der Marketing-Automation: ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen

Manfred Meyer Kundengewinnung Leave a Comment

Weshalb Sie allzu euphorischen Empfehlungen misstrauen sollten

Wer dieser Tage mit Anbietern von Marketing-Software ins Gespräch kommt, könnte meinen, wir wären im Paradies angekommen. Das alle elektrisierende Stichwort heißt: Automatisierung.

Was für ein Versprechen! Wir Anbieter übergeben unser Marketing einfach der Maschine und können uns anschließend dem zuwenden, womit wir unser Geld verdienen.

Es gibt Anbieter, die das ernsthaft so versprechen. Aber natürlich ist die Perspektive viel zu schön, um wahr zu sein.

Wir beim Trainerlotsen haben die Probe auf’s Exempel gemacht und einen wirklich einfachen Verkaufsprozess für ein Angebot von uns aufgestellt.

Ein alltäglicher Prozess – uns allen gut bekannt

Bestimmt kennen Sie einen solchen Prozess aus eigener Erfahrung: Sie lesen irgendwo in den Social Media eine Nachricht. Neugierig geworden, klicken Sie sie an. Sie werden zu einem Blog-Artikel geführt, den Sie prima finden. Sie würden gerne mehr erfahren. Wie gut, dass der Autor am Ende des Artikel ein weiterführendes Dokument anbietet. Das können Sie gratis haben, wenn Sie sich für den Newsletter-Verteiler eintragen. Von da an bekommen Sie eine Reihe von Newsletters, mit denen Sie die Vorteile eines bestimmten Angebots erkennen und sich möglichst dafür entscheiden sollen.

Hürden der Marketing-Automation

Das wollen wir unbedingt auch haben: einen automatisierten Verkaufsprozess! Schließlich machen es alle so. Erfolgreich offenbar. Und es scheint so einfach zu sein.

Schnell hatten wir unser erstes Learning: Wir haben zu wenig Ahnung. Doch so schnell geben wir beim Trainerlotsen nicht klein bei! Wir stellen uns der Komplexität der Aufgabe, erweitern unsere Kompetenz – und werfen den Zeitplan über den Haufen. Alles dauert deutlich länger als gedacht. Und es nimmt deutlich mehr Ressourcen in Anspruch als geplant.

Welche Nüsse sind zu knacken? Für mich beschreibt das Bild eines geschliffenen Diamanten – eines vieleckigen Polygons – die Komplexität der Aufgabe am besten.

Hier ein paar der zugehörigen Seiten:

Medienkenntnis

Auf einigen Plattformen sind wir schon länger aktiv. Dennoch hat es uns überrascht, was alles zu beachten ist, wenn man mit hoher Verbreitung und großer Aufmerksamkeit Content platzieren will.

Jede Plattform hat da so ihre Eigenheiten und Nutzergewohnheiten. Diese sollte man tunlichst vorab recherchieren und in die Planungen einbeziehen. Andernfalls droht schon hier eine Fehlinvestition. Und Obacht! Eine Automatisierung der Social Media-Kommunikation macht die Aufgabe zuerst aufwendiger und komplexer als der manuelle Betrieb.

SEO & Keywords

Häufig ist zu lesen, dass SEO tot sei. Wir glauben nicht daran und folgen eher denen mit einem differenzierteren Blick auf das Thema. Dies hat dazu geführt, dass wir wieder einmal in die Keyword-Recherche eingestiegen.

In den letzten Jahren waren wir da etwas faul, um ehrlich zu sein. Also tat sich hier eine größere Aufgabe auf. Und natürlich dauerte die Recherche länger und war teurer als gedacht. Aber einfach weglassen? Geld sparen? Unseren Content mit Keywords verbinden, die nicht funktionieren oder sogar den Erfolg verhindern? Das war keine Option für uns.

Technik

Es ist das alte Kreuz mit der Digitalisierung: Jedes Mal neu unterschätzt man den Aufwand, um manuelle Vorgänge in automatisierte zu überführen. Die Entscheidung für das ein oder andere Tool kann die Arbeit wahlweise vereinfachen oder erschweren – abnehmen tut es einem die Arbeit nicht. Nach langer Mathe-Abstinenz habe ich jetzt wieder ein Gefühl dafür, was die Potenz zwei von der Potenz drei unterscheidet: Sie bedeutet mehr als doppelt so viel Arbeit!

Recht

Die DSGVO wird in den nächsten Wochen scharf geschaltet. Im Online-Marketing müssen wir uns natürlich auch darum Gedanken machen. Auch hier gilt: Die DSGVO macht es nicht komplizierter, nur komplexer.

Nicht alles, was technisch möglich ist, ist rechtlich so erlaubt. Auch bisher war es ja schon so. Wir werden mit künftigen Interessenten und Kunden transparenter kommunizieren müssen. Umgekehrt werden diese lernen, verantwortlicher mit ihren personenbezogenen Daten umzugehen. Es wird nicht einfacher, wenn man das auch noch alles berücksichtigen muss. Doch ich sehe keine Alternativen dazu.

Kontrolle

Kontrolle?! – Ja, bei dem Wort schreckte ich auch hoch. Auf den zweiten Blick war es nicht mehr so schlimm: „Testen und analysieren“ klingt freundlicher.

Im Grunde läuft es aber auf dasselbe hinaus: Ich kontrolliere permanent die nutzerkonforme Präsentation meines Contents, um zu verhindern, dass der Nutzer mich mit Nichtachtung bestraft.

Zur Zeit haben wir damit noch nicht begonnen. Doch sobald unsere Kampagne gestartet ist, wird dies ein wichtiger Teil meiner Aufgaben sein. Denn bei Nichtbeachtung droht auch hier ein ökonomischer Schaden von beträchtlichem Umfang.

Sinnvoll, aber nicht für jeden

Wir sind auf dem Weg und noch immer davon überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. Allerdings haben wir nicht sauber kalkuliert, ehrlich gesagt. Glauben sie keinen platten Glücks- und Erfolgsversprechen! Machen sie sich vorher schlau. Kalkulieren sie scharf und entscheiden sie auf Grundlage von belastbaren Daten. Sonst mehren sie nur das Glück und den Erfolg von anderen.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * gekennzeichnet.