Und wieder mal die Personalabteilung: Auf sie mit Gebrüll!

Manfred Meyer Trainervermittlung Leave a Comment

In vielen Personalabteilungen steht es nicht zum besten, wohl wahr. Doch die Verantwortlichen für diese Lage sind nicht nur dort zu suchen.

Gerade hat es im News-Block von XING wieder ein HR-Bashing gegeben. Sattelberger und andere lesen den HR-Verantwortlichen die Leviten. Es gibt sicher einiges an Gründen dazu. Ein Beispiel gefällig? Seit vielen Jahren geben bei Befragungen (z.B. Hayes Report) deutlich mehr als 50 Prozent der Führungskräfte an, dass sie sich ihrer Aufgabe nur mit Einschränkungen gewachsen fühlen und deshalb unzufrieden sind. Fragt man die Mitarbeiter dieser Führungskräfte, dann fallen die Ergebnisse noch deutlich schlechter aus. Von ihren Führungskräften sind sie – freundlich gesagt – wenig begeistert.

Das kann doch keiner wollen! Die Unternehmenslenker in den oberen Etagen müssten hellhörig werden, denke ich mir, zumal eine ganze Menge Geld in die Führungskräfte-Entwicklung fließt! Was ist hier los?

Immer drauf auf die HR-Verantwortlichen!

Auf die Personalabteilung oder HR einzuprügeln, hat Tradition. „Die haben keinen Schneid“, heißt es vielstimmig. Doch wenn man schon Missstände und Verantwortliche benennt, ist es zu einfach, mit dem Finger nur auf eine Gruppe zu zeigen. Es fehlen noch zwei weitere:
Da sind zunächst die Vorstände und Geschäftsführer. In ihren Sonntagsreden sprechen viele gerne von ihren Mitarbeitern als der wichtigsten Ressource für den Unternehmenserfolg. Doch wenn ich über die Jahre eines gelernt habe, dann dies: Wenn die Zeiten schwieriger werden, steht das Budget für die Weiterbildung als Erstes auf der Streichliste.

Auch die Weiterbildungsanbieter müssen sich an die Nase fassen. Wie schön und bequem ist es, über Jahre das immer gleiche Angebot zu unterbreiten. Und wie wirtschaftlich! Doch ist es wirklich das beste und zeitgemäß für den Kunden? Zu den Aufgaben der Weiterbildungsanbieter gehört immerhin auch, zu inspirieren und auf Neues hinzuweisen. Und sich nicht etwa den genügsamen Kunden zu erziehen und ihm für gutes Geld eine Leistung zu verkaufen, die vielen Fällen die Situation von Führungskräften nicht verbessern.

Und wer trägt nun die Verantwortung?

Ob Verwaltung, Fortbildung oder Recruiting: An die Personalabteilungen werden ständig neue Anforderungen herangetragen. Doch wer glaubt, dass Ausstattung und Knowhow mit der Entwicklung Schritt halten, sieht sich getäuscht. Das tut sich viel zu wenig!
So kommt es, dass die einfachsten Dinge nicht funktionieren, obwohl Einigkeit über die Best-Practice besteht. Noch ein Beispiel gefällig? Bewerber etwa sollten zeitnah eine Eingangsbestätigung ihrer Bewerbung bekommen und gegebenenfalls eine qualifizierte, nachvollziehbare Absage.

Bis heute hinterlassen viele Unternehmen mit ihrem „Bewerbermanagement“ jedoch verbrannte Erde und das im vollen Bewusstsein darüber, dass qualifizierte Fachkräfte immer knapper werden und der abgelehnte Bewerber von heute in fünf Jahren vielleicht genau der richtige sein kann. An der Einsicht in die Notwendigkeit zur Veränderung mangelt es den HR-Verantwortlichen nicht, wohl aber häufig an den dazu notwendigen Ressourcen.

Hüten wir uns davor, einfach auf den einzuschlagen, der das Pech hat, vorne auf der Bühne zu stehen und benennen alle Akteure, die Verantwortung tragen. Die Zusammenhänge sind komplizierter als es in der öffentlichen Diskussion häufig scheint.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

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