Perspektivwechsel für Trainer und Coach: Die Sicht der Unternehmen

Manfred Meyer Trainervermittlung Leave a Comment

Die Lücke schließen: Wenn Unternehmen und Weiterbildungsanbieter in unterschiedlichen Welten leben.

  • Weshalb Trainer und Coaches einen bewussten Umgang mit ihrer Motivation pflegen sollten.

  • Moderne Unternehmenskultur: Weshalb positive Beispiele fragwürdig sein können.

Ende September hat managerSeminare das Ergebnis einer Studie veröffentlicht: In welche Bereiche werden Unternehmen 2016/2017 investieren?

Ist es die Personalentwicklung?

Nein. Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Big Data teilen sich die ersten drei Plätze.

Führungskräfte- und Organisationsentwicklung tauchen in der Top-Ten-Liste überhaupt nicht auf. Die „Organisation“ steht an letzter Stelle. Unklar bleibt, was damit gemeint ist: Die EDV-Ausstattung vielleicht?

Der Mensch steht im Mittelpunkt? – Davon sind wir weit entfernt! In den Social Media geben Trainer und Coaches zu erkennen, dass sie das überhaupt nicht gut finden.

Trainer und Coaches im Kampf um eine humanere Arbeitswelt

Einmal mehr zeigt sich, wie weit das Weltbild in der Weiterbildung und in den Unternehmen auseinanderklafft. Jede Seite ist auf ihre Weise im Recht:

Trainer und Coaches erleben in der Zusammenarbeit mit Unternehmensangehörigen, wie sich verfehlte Kommunikation und mangelndes Know-how auswirken. Oft genug haben sie vor ihrer Selbstständigkeit Vergleichbares erlebt und sich vorgenommen, als Selbstständige die Welt ein Stückchen besser zu machen. Ihre Sehnsucht entsteht keineswegs im luftleeren Raum, sondern sie erleben täglich, wie menschliche Grundbedürfnisse in den Unternehmen missachtet werden.

Unternehmen im Kampf um ihre Existenz

Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen. Manche haben finanzielle Spielräume, andere nicht. Wo das Geld fehlt, ist für Experimente kein Platz. Eine Investition in eine menschliche Kommunikations- und Unternehmenskultur muss sich deshalb an den Erträgen messen lassen. So klar ist die Datenlage nicht. Erfolge hängen oft von der individuellen Konstellation in einem Unternehmen ab. Das Pflänzchen „moderne Unternehmenskultur“ ist noch klein. Ob es zu einem tragfähigen Zukunftsmodell heranreifen wird, wird sich noch zeigen.

Positive Beispiele: Fassade bröckelt auf den zweiten Blick

“Aber es gibt doch schon Beispiele”, sagen Sie vielleicht. “Wie ist es denn im Silicon Valley?” Google etwa zeigt, wie es anders gehen kann. Flexiber, menschlicher, kreativer.

Vorsicht vor dem selektiven Blick! Wer so motiviert ist, dass er die Arbeitswelt besser machen will, läuft Gefahr, die Welt gemäß seiner Brille zu interpretieren. Auch das ist menschlich und verständlich, aber riskant.

Tatsächlich behandelt zum Beispiel Google seine kreativen Köpfe gut, schenkt ihnen viele Annehmlichkeiten und Vergünstigungen. Doch nur wenige wissen, dass der Erfolg seinen Preis hat. Tech-Unternehmen wie Google haben eine große Zahl von Mitarbeitern entlassen und für Leistungen wir Reinigung und Wachdienste Service-Unternehmen beauftragt. Das tut der Bilanz gut, die Angestellten hingegen können kaum von ihrem Gehalt leben. Eine steigende Zahl von Menschen lebt auf der Straße (Quelle).

Wie nimmt sich das glänzende Beispiel jetzt aus? Ist es das, was wir wollen?

Perspektivwechsel: Den Blick der Unternehmen akzeptieren

So lange ich in der Weiterbildung tätig bin, beobachte ich dieses Muster: Sobald ein neuer Modebegriff aufkommt, wittern Trainer und Coaches ihre Chance. Sie nehmen den Begriff, reißen ihn, wenn nötig, aus dem Zusammenhang und nutzen ihn als Mäntelchen für Produkte, die mit ihrer Motivation übereinstimmen.

Beide Seiten bleiben frustriert zurück: Trainer und Coaches, die für ihre Produkte Abnehmer suchen und ungehört bleiben. Und Unternehmen, die für ihre Aufgaben und Probleme Lösungen suchen, aber nicht finden. Oder nur mit großer Mühe.

Es hilft nichts: Unternehmen müssen Gewinne erwirtschaften. Andernfalls müssen sie zu einem Mittel greifen, wie es unsozialer nicht sein kann: Sie müssen Mitarbeiter entlassen. Trainer und Coaches profitieren davon, sich dieser Wahrheit zu beugen und ihre Angebote in diesem Licht zu präsentieren und mit Zahlen zu belegen.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

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