Seminare planen: Keinen Flop, bitte!

Manfred Meyer Trainervermittlung Leave a Comment

Kommunikation ist ein Teufelsding, auch wenn Sie Seminare planen. So schützen Sie sich vor einer Bruchlandung.

Wenn Sie ein Projekt übernehmen, klären Sie immer den Auftrag im Detail!

„Das weiß doch jeder!“ denken Sie. „Was sollen die Binsenweisheiten?“ „Ha!“ sage ich. Wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinander klaffen, habe ich gerade kürzlich wieder erlebt:

In der Trainervermittlung fragte eine Kundin ein Team-Training an, das sich im wesentlichen an einem bekannten Modell der Persönlichkeitsstruktur orientieren sollte. Soweit so gut, kein Problem: Da fielen mir sofort ein ganze Reihe geeigneter Anbieter ein.

Das passiert: Gut gemeint, falsch gedacht

Der Auftrag hörte sich eindeutig an. Doch irgendwo ganz hinten klingelten bei mir die Alarmglocken. Ich habe nachgefragt und tatsächlich: Nach und nach stellte sich heraus, dass nichts so klar war wie gedacht. Zwei entscheidende Teammitglieder hatten in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen einmal mit diesem angefragten Modell zu tun gehabt. Sie hatte es in guter Erinnerung behalten und in Ermangelung von Alternativen meine PE-Ansprechpartnerin damit auf die Suche geschickt.

Das war alles.

Im weiteren Klärungsprozess kam die eigentliche und entscheidende Problemstellung zum Vorschein und das Persönlichkeitsmodell spielte nur noch eine untergeordnete Rolle. Mit diesen Vorgaben konnte der von mir vorgeschlagene Trainer schließlich erfolgreich arbeiten.

Es ist noch einmal gut gegangen, doch das Projekt hätte ganz schön schief gehen können. Alle hätten verloren: die Teilnehmer, die Verantwortlichen in der Personalabteilung, das Unternehmen – und natürlich der Trainer oder die Trainerin. Ich hätte wirklich schlechte Arbeit abgeliefert und bestimmt keinen Kunden gewonnen. Und beides ärgert mich so richtig.

Seminare planen, heißt: fragen!

Mit Sicherheit ist mein Beispiel extrem. Doch ich erzähle keine Geschichten. Die Story hat sich tatsächlich so zugetragen.

Was aber ist die Lehre? Nicht immer läuft die Kommunikation in Unternehmen optimal. Als Außenstehender können Sie die Qualität jedoch nicht oder nur schlecht beurteilen. Die bei Ihnen ankommenden Informationen können auf vielfältige Weise begrenzt oder sogar deformiert sein. Das ist keine gute Ausgangssituation.

Mein Tipp

Nutzen Sie Ihre Position als Außenstehende/r und stellen Sie Fragen. Seien Sie kritisch mit vermeintlichen „Wahrheiten“. Dringen Sie zum Kern vor: Fragen Sie immer nach der Motivation und dem Ziel, auch wenn sich der Auftrag eindeutig anhört. Klären Sie, was erreicht werden soll und warum. Beides ist wichtig. Suchen Sie erst danach die passende Lösung aus, damit Sie nicht in die falsche Richtung laufen.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

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