Oh No! Stolpersteine und Umleitungen in Trainerprofilen

Manfred Meyer Profilierung Leave a Comment

In meinen Ordnern warten Trainerprofile auf ihre Aktivierung und wöchentlich kommen neue dazu. Das ist in Ordnung, das gehört zu meinem Beruf. Die Profile sind der „Steinbruch“, aus dem ich die Rohstoffe für mein Vermittlungsgeschäft schürfe.

Aber eins fällt mir leider unangenehm auf, liebe Trainerinnen und Trainer. Die Lektüre ist viel zu häufig keine Freude! Warum bloß gleichen viele Profile sich wie ein Ei dem anderen? Habe ich sie anfangs noch mit Lust und Interesse gelesen, macht sich inzwischen oft Verdruss breit.

Damit kann ich nicht arbeiten: viel sprachlich gedrechselte Selbstdarstellung, aber wenig inhaltliche Substanz, Fokussierung und Positionierung. Und ich meine hier nicht nur das Jonglieren mit Begriffen in der Selbstdarstellung wie „zugewandt“, „offen“, „menschlich“ oder „einfühlsam“. Meinen Kunden mute ich das lieber gar nicht erst zu. Denn out of record bestätigen mir die Personaler, dass sie

“diese elendig breitgetretenen Standardfloskeln”

gar nicht mehr witzig finden!

“Maßgeschneidert”, “individuell”, “kundenorientiert” „nachhaltig“- das kann kein Mensch mehr hören. Derart abgegriffenes Zeug macht mental müde. Und mal ehrlich: Von einem Inhouse-Seminar erwarte ich ganz einfach, dass es maßgeschneidert ist und sich an den Zielen des Kunden orientiert. Das ist doch selbstverständlich! Normale Kundenerwartungen muss man nicht eigens bestätigen. Das ist noch sinnloser, als Eulen nach Athen zu tragen.

“Wie bitte?!”

Viele Trainer schreiben seitenweise Prosa über sich selbst und weshalb sie ihren Beruf ausüben. Ihr Mitteilungsbedürfnis ist wirklich erstaunlich. Trotz der vielen Seiten bleibt es am Ende jedoch unklar, wofür sie eigentlich stehen.

Mein Tipp: Bedenken Sie bitte, in welchem Szenario Sie sich bewegen. Die Weiterbildung ist ein professionelles Business. Personalentscheider kaufen Leistungen ein, weil sie einen Bedarf in ihrem Unternehmen erkannt haben. Wenn sie auf eine Trainerin oder einen Trainer aufmerksam geworden sind, wollen sie wissen, welche Probleme er/sie löst und weshalb sie auf eine solide Lösung setzen dürfen. Weiterbildungsaufträge sind Investitionen, die die Personalentscheider gegenüber ihren eigenen Vorgesetzten vertreten müssen. Deshalb suchen sie nach objektiven Kriterien, die den Dienstleister als professionellen Partner ausweisen.

Zwei Seiten – kurz und knapp

Wie halte ich es? Ein Trainerprofi sollte als erste Information zwei Seiten nicht überschreiten. Ich achte auf eine formal gute Struktur und Übersichtlichkeit. Dem Kunden sollen die wichtigsten Themen, Projekte, Qualifikationen und Referenzen des Anbietenden explizit erkennbar sein und nicht irgendwie zwischen den Zeilen stehen.

Zwei Seiten als Erst-Information sind wirklich in Ordnung. Noch nie hat sich jemand beschwert, das sei zu wenig. Wenn Sie im Kontakt mit einem möglichen Auftraggeber einen Schritt weiter gekommen sind, dürfen die Unterlagen etwas ausführlicher sein.

Werden Sie konkret

Das ist der wichtigste Tipp, den ich Ihnen geben kann: Schreiben Sie in Ihr Profil, welches Problem Sie lösen, welche Qualifikation Sie dafür haben und in welchen Projekten Sie bereits Erfahrungen gesammelt haben. Kommen Sie auf den Punkt. Die Personalabteilung dankt es Ihnen.

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Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

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