Wie Sie auf einer Trainer- und Coach-Datenbank positiv auffallen

Angelika Eder Featured, Kundengewinnung, Marketing für Trainer 2 Comments

Raus aus dem Einheitsbrei, rein in die Individualität: Wie Sie Datenbanken zielführend für sich einsetzen.

Datenbanken versprechen Sichtbarkeit bei geringem Aufwand. Das hört sich natürlich attraktiv an, weshalb mich Kunden immer wieder nach Datenbanken fragen. Wenn jedoch die Aufträge ausbleiben, macht sich Frust breit.

Weshalb funktionieren Datenbanken oft so schlecht?

Das will Ihr Kunde von Ihnen wissen

Wie würden Sie einen Fachmann oder eine Fachfrau suchen? Mir geht es so: Ich gehe ins Netz und gebe einen Suchbegriff ein. Oft finde ich sogar Anbieter in meiner Umgebung. Die Profile sind jedoch lieblos ausgefüllt und meine wichtigsten Fragen als Kundin bleiben unbeantwortet: Ist der Anbieter vertrauenswürdig? Löst er mein Problem?

Mein erster Tipp lautet deshalb: Wenn Sie eine Datenbank einsetzen, füllen Sie die Formulare der Datenbank vollständig aus. Legen Sie den Fokus auf die Ergebnisse Ihrer Arbeit und denke an Informationen, die das Vertrauen Ihrer Kunden wecken.

Suchbegriff-Detox: die Methode für Profis

Ähnlich ergeht es Kunden, die mit Hilfe einer Datenbank einen Trainer oder Coach suchen. Doch es liegt nicht immer an den Coaches und Trainern, sondern daran, wie die Datenbank konstruiert ist.

Einerseits können Coaches und Trainer ihre Leistungen verschlagworten. Selten passen jedoch die Schlagworte ganz genau, so dass die Trainer und Coaches Suchbegriffe wählen, die ihrem Tun am nächsten liegen. Ein paar Suchbegriffe aus der Peripherie nehmen sie gerne noch hinzu, so dass am Ende alle Trainer und Coaches dasselbe tun. So jedenfalls sieht es für den Kunden aus.

Zusätzliche bieten die Datenbanken Raum für Freitext an, so dass sich die Trainer und Coaches nach eigenem Gusto präsentieren können. Nun sind Fokus und kluge Beschränkung wahrlich keine Lieblingsthemen in der Branche. Vielmehr gehört es zu der verbreiteten Übung, alles zu erwähnen, was man je getan hat – und schon ist der Bauchladen prall gefüllt.

Im Versuch, es allen recht zu machen, versinken Trainer und Coaches im Einheitsbrei. Sie gehen unter.

Mein Tipp: Nutzen Sie eine Datenbank als Fingerübung: Gelingt es Ihnen, sich abzugrenzen? Können Sie sagen, wer Sie sind und wer Sie nicht sind? Was lassen Sie weg?

Schwer zu handhaben: die Sache mit den Synonymen

Ein weiteres Problem liegt darin, dass auf dem Weiterbildungsmarkt dieselbe Leistung oft unterschiedliche Namen trägt. Wenn Anbieter und Kunde verschiedene Suchworte benutzen, kommen sie nicht zusammen, obwohl sie sehr gut zueinander passen.

Mein Tipp: Den meisten Datenbanken kommen Sie dem Problem mit den Synonymen nur schwer bei. Sie können sich mit allen Suchbegriffen verschlagworten, die irgendwie zu ihnen passen. Dann allerdings haben Sie einen Bauchladen. Alternativ können Sie ergänzende Suchbegriffen in den Flächen für Freitext unterbringen, die die Datenbanken in der Regel zusätzlich anbieten.

Übersicht über Datenbanken

Oliver Schumacher hat jüngst eine Datenbank mit neuen Features auf den Markt gebracht: Let`s find Experts. Dies haben wir zum Anlass genommen, die gängigsten Datenbanken für Sie vergleichend zusammenzustellen.

Brainguide

„Das Expertenportal für die Wirtschaft“

  • Gebühren: 0 bis 60 Euro im Monat, abhängig von der Art der Mitgliedschaft.
    Suchfunktionen: Recherche mit selbst gewählten Schlagworten. Auto-Ergänzung gibt Variationen zum selbst gewählten Schlagwort vor. Keine Synonyme-Datenbank.
  • Selbstpräsentation: Möglichkeit zur Selbstdarstellung mit Freitext im Umfang von bis zu 2.000 Zeichen. Kompetenzen nur mit vorgegebenen Schlagworten.
  • Redaktionelle Inhalte: ja. Hier liegt der Schwerpunkt.
  • Zu Brainguide

Proven Expert

Bewertungsportal/Feedback einholen

  • Gebühren: 0 bis 69,90 Euro monatlich.
  • Suchfunktionen: Alphabetische Sortierung der Experten. Die Recherche ist deshalb wenig komfortabel. Allerdings liegt die Präsentation der Experten auf dem Portal nicht im Fokus. Abhängig von der Art der Mitgliedschaft können die Kundenbewertungen („Sternchen“) auf der eigenen Webseite eingebunden werden bzw. sie erscheinen bei der Recherche des Kunden bei Google.
  • Selbstpräsentation: geringer Umfang.
  • Redaktionelle Inhalte: nein.
  • Zu Proven Expert

LetsFindExperts.com

Expertenportal für Trainer, Berater, Coaches und Speaker

  • Gebühren: Abhängig von der Art der Mitgliedschaft zwischen 0 und 35 Euro monatlich. Besonderheit: Hier können Experten auch das Zahlungsmodell „Nur bei Erfolg“ wählen.
  • Suchfunktionen: Umfangreiche Filterfunktionen für die Suche nach einem Experten, darunter Erfahrung, Sprache, Auszeichnung, Ort und anderes mehr. Freitext-Suche mit selbst gewähltem Begriff bzw. Begriffen. Die Datenbank nutzt als einziger Anbieter eine Synonyme-Datenbank, um das Finden passender Experten zu erleichtern.
  • Selbstpräsentation: Ausführliche Selbstdarstellung möglich, unterstützt durch die Formulare der Datenbank. Differenzierte Abfrage von Kompetenzen und Selbstverständnis für Trainer, Berater, Coaches und Speaker.
  • Redaktionelle Inhalte: Ja, abhängig von der Mitgliedschaft.
  • Zu Let`s find Experts

Xing Coaches

Plattform für Coaches und Trainer in DACH

  • Gebühren: ab 39,69 Euro monatlich je nach Vertragslaufzeit.
  • Suchfunktionen: 4-stufige Abfrage des Kundeninteresses. Die dann erscheinende Auswahl von Coaches und Trainern lässt sich weiter eingrenzen durch Filterfunktionen. Keine Freitextsuche.
  • Selbstpräsentation: Generell gute Möglichkeit, sich zu beschreiben. Viel Raum für Freitext. Die Freiheit führt allerdings zum „Bauchladenproblem“: Viele Coaches sind schwach positioniert.
  • Redaktionelle Inhalte: Ja, abhängig von der Art der Mitgliedschaft.
  • Zu Xing Coaches

Christopher Rauen

Professionelle Coach-Datenbank in DACH. Geprüfte Coaches.

  • Gebühren: 30 bis 50 Euro im Monat.
  • Suchfunktionen: Für die Auswahl nutzt der Kunde ein selbst gewähltes Schlagwort und den Ort. Zudem bietet die Datenbank eine Such mit einer Karte an. Das Besondere an der Rauen-Datenbank: Das besondere: Abhängig von Erfahrung und Qualifikation steigen die Coaches im Expertenstatus auf.
  • Selbstpräsentation: Möglichkeit, ein umfangreiches Profil zu hinterlegen. Es hängt vom Geschick des Coaches ab, sich zielführend zu präsentieren.
  • Redaktionelle Inhalte: Coach-Interviews. Es ist unklar, ob sie kostenpflichtig sind.
  • Zur Coach-Datenbank

 

Über den Autor
Angelika Eder

Angelika Eder

Angelika Eder ist die Frau für die gute Kundenansprache. Aus schnöder Akquise wird bei ihr stets ein ‚akustischer Hingucker‘: Einfallsreich, niemals platt und respektvoll-hartnäckig. Entweder man (frau) traut es sich danach selbst zu oder legt die Direktansprache in ihre Hände. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung und Marktkenntnis findet sie mit Ihnen ‚Ihren‘ Platz im Trainer-, Berater- und Coach-Markt.

Kommentare 2

  1. Gute Übersicht, danke!
    Ich selbst nutze die Datenbanken von Christopher Rauen, Xing Coaches und Proven Expert.
    Am besten finde ich letztere, weil man einen aussagefähigen Link zu den Bewertungen direkt auf der Website einbinden kann, auf dem Ausschnitte der Bewertungen angezeigt werden. Das macht viele Besucher neugierig und führt dazu, dass viele davon sich die Bewertungen direkt auf Proven Expert ansehen.
    Nachteil: ziemlich teuer, wenn man mehr als 250 Bewertungen anzeigen will. Ich habe über 420 dort. Aber ich denke, wenn sich nur ein Besucher im Monate daraufhin für ein Persönlichkeitsseminar oder ein Intensiv-Coaching anmeldet, hat sich der Monatsbeitrag amortisiert.

    1. Angelika Eder Post
      Author

      Glückwunsch zu so vielen guten Bewertungen, Herr Kopp-Wichmann – und besten Dank für die Ergänzung, die für viele Ihrer Kollegen sicher sehr erhellend sein wird. Weiterhin alles Gute und besten Gruß!

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