Trainerfortbildung: Darf`s noch ein bisschen mehr sein?

Manfred Meyer Profilierung Leave a Comment

Trainer, Coaches und Berater lieben es, sich weiterzubilden. Aber welche Rolle spielt die Aus- und Weiterbildung bei der Auftragsvergabe? Welche Investition lohnt sich?

Die Weiterbildner bilden sich selbst gerne weiter. Fast möchte man sagen, sie sind sich gegenseitig die besten Kunden. Persönlich finde ich es richtig gut, dass die Weiterbildner auch persönlich schätzen, was sie beruflich tun. Es spricht dafür, dass sie von ihrem Beruf überzeugt sind. Und sie unterscheiden sich damit angenehm von den vielen anderen in unserem Land, die lebenslanges Lernen nur im Munde führen und es in der Praxis bei guten Vorsätzen belassen.

Mit einer umfangreichen Fort- und Weiterbildung verbindet sich in vielen Fällen der Wunsch nach einer besseren Auftragslage. Hier tut ein differenzierter Blick gut.

Beim Thema bleiben

Unternehmen buchen ein Training, Coaching oder eine Beratung, weil sie in ihrer Organisation etwas gesehen haben, was sie stört, wo noch Potenzial ruht oder neue Anforderungen entstanden sind. Etwas passt nicht und dafür muss eine Lösung her – eine sichere und professionelle Lösung.

Die Unternehmen favorisieren aus meiner Erfahrung solche Anbieter, die sich auf einen Problemkreis spezialisiert und einen Erfahrungsschatz gesammelt haben. Erfahrung bedeutet Sicherheit. Sie drückt sich in Referenzen und Projekten einerseits aus – und problembezogener Fort- und Weiterbildung andererseits.
Ein Trainer, Berater oder Coach ist demnach gut beraten, zu Beginn seiner Karriere eine solide Ausbildung zu machen und dann darauf zu achten, dass er in seinem Fach up-to-date bleibt. Eine fortlaufende Fort- und Weiterbildung in seinem Fach spricht für ihn oder anders – zugespitzt – gesagt: Wer der Evolution des Wissens nicht mehr teilnimmt, nimmt auch irgendwann nicht mehr am Business teil.

In der Praxis begegnet mir allerdings oft ein wilder Mix aus diesem und jenem. Ein Sammelsurium ist jedoch kein Argument für einen Trainer, Berater oder Coach. Eher im Gegenteil: Weiß der Anbieter, wofür er steht? Die bunte Mischung wirkt auf einen Auftraggeber irritierend.

Wenn Trainer, Berater oder Coaches Lust haben, etwas auszuprobieren – nur zu! Das weitet den Horizont. Aber bitte unterscheiden Sie zwischen Dingen, die Sie einmal ausprobieren, die Sie ganz persönlich interessieren, und denen, die Ihr Profil schärfen, komplementieren oder auch erneuern. Nur letztere gehören in Ihr Trainer-, Berater- oder Coach-Profil.

Davon gerne mehr!

In der Trainervermittlung achte ich auf eine solide Basis-Ausbildung der Anbieter. Meine Erfahrung spricht einfach dafür: Wenn ich Trainer, Berater oder Coaches vorstelle, dann nur die, die belegen können, dass sie ihr Handwerk gelernt haben. Nur Berufung und Erfahrung alleine überzeugt in den wenigsten Fällen.

Dabei ist die Auswahl einer guten Trainerausbildung ein Thema für sich. Die ausführliche Diskussion führt an dieser Stelle zu weit. Die Qualität der Fortbildungsanbieter unterscheidet sich – das ist in etwa so wie bei den Unis, Schulen oder Fitnessstudios. Mit dem Besuch eines namhaften Anbieters erhalten die Absolventen in der Regel einen qualifizierten Input. Aber Vorsicht: Auch dieses Qualitätsversprechen kann sein Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben.

Vergleichen Sie deshalb die Ausbildungspläne der Anbieter, sehen Sie z. B. darauf, wie lange die Ausbildungsstätte am Markt ist und hören Sie sich vor allem um, was ihre Kollegen erzählen. Und wenn Sie sich persönlich entdecken, weiterentwickeln wollen: nur zu! Aber fragen Sie sich sehr kritisch, ob das für Ihr Business wirklich wichtig ist und ein Personalentscheider davon lesen muss.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

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