Trainermarketing: Bitte – kein – neues – Konzept!

Angelika Eder Marketing für Trainer 2 Comments

Weshalb sich Trainer mit der Botschaft “neues Konzept” im Gespräch mit Personal-Entscheidern direkt aus dem Rennen werfen
Trainer finden neue Konzepte außerordentlich begeisternd und motivierend. Die meisten haben ständig eins in Arbeit. “Ich habe da ein neues Konzept fertig” gehört beim Trainerlotsen zu den meist genutzten Sätzen überhaupt.

Verehrte Trainer, ich muss jetzt mal was sagen:

Streichen Sie diesen Satz aus Ihrem Wortschatz.
Jetzt sofort.
Er ist ein K.O. im Gespräch mit dem Personaler.

Neues Konzept? – Beim Personaler schrillen die Alarmglocken

Das hatten Sie nicht erwartet, stimmt’s? Bedenken Sie aber, in welcher Situation Sie den Personaler antreffen: Um ein neues Konzept hat er Sie nicht gebeten. Im Gespräch setzen Sie ihm ungebeten eins vor und er soll auch noch eine Meinung abgeben. Darauf hat er keine Lust. Alles, was er gewinnt, ist mehr Arbeit – aber keine Lösung für das, was ihn wirklich bewegt.

Es kann gut sein, dass er mit angeblich neuen Konzepten sogar schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ein Branchenkenner hat einmal ein schönes Bild gebraucht: Von außen sieht es so aus, als würden die Trainer 20 Karten in die Luft werfen und sehen, wie sie herunter fallen. Dann denken sie “oh, in der Reihenfolge geht es auch” und – Schwupps – ist das neue Konzept fertig.

Meine Empfehlung an Sie heißt deshalb:

Lassen Sie das neue Konzept in der Schublade, außer – und das ist die absolute Ausnahme – der Personaler fragt Sie danach.
Wenn Sie ein neues Konzept anbieten, seien Sie anspruchsvoll mit dem Begriff “neu”. Ein bisschen neu reicht nicht. Die Form muss spürbar anders sein. Möglich ist zum Beispiel eine neue Trainingsform, etwa aus dem Anlass, dass der Erlebnisaspekt bedeutender geworden ist. In diesem Fall können Sie inhaltlich guten Gewissens auf bereits Bekanntes verweisen, das mit einem neuen Methodeneinfall besser gelernt werden kann.

Wenn Sie es absolut nicht lassen können und Ihr neues Konzept unbedingt an den Markt bringen wollen, geben Sie der Marktpräsentation eine pfiffige Form. Die Darreichung ist heute genauso wichtig wie der Inhalt. Bringen Sie den Personaler bloß nicht mit einer PowerPoint-Präsentation zum Gähnen.

Blickrichtung ändern: Was braucht der Personaler?

Ich erlebe eine solche Konzept-Schwemme, dass ich es noch einmal wiederholen möchte: Die Botschaft “neues Konzept” ist keine, mit der Sie Gehör finden.

So leid es mir tut: Die Kreativität der Trainer hilft dem Personaler per se noch nicht weiter. Er sucht Lösungen für Probleme und Aufgaben. Er muss zum Beispiel den Controller vom ROI einer Maßnahme überzeugen und die eingekauften Trainingsmaßnahmen gegenüber der Belegschaft legitimieren.

“Was bringt’s in Zahlen?” fragt die eine Seite und “ooch, nicht schon wieder gewaltfreie Kommunikation”, sagt die andere. Wenn Sie Ihre Kreativität in den Dienst des Personaler stellen, kommen Sie auf den richtigen Weg.

Über den Autor
Angelika Eder

Angelika Eder

Angelika Eder ist die Frau für die gute Kundenansprache. Aus schnöder Akquise wird bei ihr stets ein ‚akustischer Hingucker‘: Einfallsreich, niemals platt und respektvoll-hartnäckig. Entweder man (frau) traut es sich danach selbst zu oder legt die Direktansprache in ihre Hände. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung und Marktkenntnis findet sie mit Ihnen ‚Ihren‘ Platz im Trainer-, Berater- und Coach-Markt.

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