Wie Sie ein älter werdendes Netzwerk in den Griff bekommen

Angelika Eder Kundenbindung, Marketing für Trainer Leave a Comment

So viel steht fest: Die Welt dreht sich und Selbständigen wird es nie langweilig. Trainer und Coaches mit langer Berufserfahrung beispielsweise erleben, dass plötzlich die Aufträge ausbleiben. „Was ist los?“ fragen sie sich. „Bisher hat das Netzwerk doch immer funktioniert.“ Und wo ist die Anerkennung geblieben?

In letzter Zeit erzählen mir Trainer und Coaches diese Geschichte immer wieder:

  • Sie rufen in der Personalabteilung Ihres Kunden an – so wie sie es schon seit Jahren tun – und dann heißt es: „Herr X oder Frau Y ist nicht mehr bei uns / in Rente / in Altersteilzeit …“ und Ähnliches.
  • Die Empfehlungen werden weniger.
  • Die Personalentscheider in der Kontaktliste sind durch die Bank ähnlich alt oder älter als sie.

Über Jahre hat das Netzwerk gut funktioniert. Regelmäßige Aufträge waren selbstverständlich und plötzlich versiegt der Strom.

Und das ist noch nicht alles. In den Personalabteilungen hat eine viel jüngere Alterskohorte Einzug gehalten. Manche kommen direkt von der Uni und haben in Sachen Wertschätzung – vorsichtig gesprochen – noch Luft nach oben. Nicht selten nehmen Trainer und Coaches etliche Besuchstermine mehr wahr als früher, schreiben ein Konzept nach dem anderen und bekommen nicht einmal eine Absage, wenn der Auftrag an einen Kollegen geht. Sie spüren: Die alte Vertrautheit und die Verbindlichkeit verschwinden aus ihrer Welt.

Eine Grundsatzentscheidung: Fleisch oder Veggi – beides geht nicht

Sollte Ihnen das alles bekannt vorkommen, müssen Sie eine Entscheidung treffen. Die Frage lautet: Auf wie viel Jugend lassen Sie sich ein? Gehen Sie mit – oder vertrauen Sie auf das Bewährte?

Auf den Zug der Zeit springen

Wenn Ihre Wahl auf die Jugend fällt, dann lassen Sie sich methodisch und technisch auf alles ein, was unsere Zeit auf Lager hat. Sie bieten Lösungen an für virtuelles, agiles, soziales sowie zeitlich und räumlich versetztes Arbeiten und Lernen. Sie verstehen sich als Moderator und Katalysator. Das bedeutet: Sie vertrauen auf das Knowhow der Organisation und fördern die Selbstlernkompetenz Ihrer Auftraggeber und deren Mitarbeiter. In der Rolle des klassischen Trainers oder Coachs arbeiten Sie eher nur noch punktuell.

Das Bewährte fortführen

Das ist nichts für Sie, sagen Sie sich. Sie finden, dass ein 60-Jähriger in einer Disco unter lauter Jungen immer eine schlechte Figur macht. Mit dem gleichen Argument halten Sie sich in der Online-Welt zurück. Deshalb bleiben Sie bei dem, was Sie sicher und gut können. Sie versuchen nicht, Ihr Trainingssystem auf digitale Beine zu stellen.

Ihre Vermarktung stellen Sie darauf ab. Sie stöbern in Ihrer Kontaktliste und stärken die Beziehung zu den Kontakten, die älter als 40 sind und jünger als Sie. Dort treffen Sie auf Anerkennung für Ihre Seniorität. Zugleich suchen Sie in Ihrer Alterskohorte gezielt nach Beratern oder Teilzeitkräften für Ihr Netzwerk – Menschen also, die nach wie vor aktiv sind. Ihr Netzwerk pflegen Sie sorgfältig.

Eventuell holen Sie sich einen jüngeren Partner an Ihre Seite, der die Kommunikation in Richtung der Jüngeren glaubwürdig vertreten kann.

Beides funktioniert und ich behaupte: Die Entscheidung kann jeder intuitiv und zielsicher treffen. Nur entscheiden müssen Sie sich. Oder wie sehen Sie das?

Über den Autor
Angelika Eder

Angelika Eder

Angelika Eder ist die Frau für die gute Kundenansprache. Aus schnöder Akquise wird bei ihr stets ein ‚akustischer Hingucker‘: Einfallsreich, niemals platt und respektvoll-hartnäckig. Entweder man (frau) traut es sich danach selbst zu oder legt die Direktansprache in ihre Hände. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung und Marktkenntnis findet sie mit Ihnen ‚Ihren‘ Platz im Trainer-, Berater- und Coach-Markt.

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