Fünf bewährte Richtlinien für ein attraktives Trainer-Profil

Angelika Eder Marketing für Trainer, Trainervermittlung, Vertrieb für Trainer/Coaches/Berater Leave a Comment

Getestet im persönlichen Gespräch: Was Personal-Entscheider sehen wollen.

Mit einem perfekten Trainer-Profil haben Sie die Nase bei der Auftragsvergabe vorne. Sie sind so etwas wie die Währung im Bildungsmarkt.

In den Vertriebs-Beratungen fragen mich meine Kunden nach einem wirklich guten Trainer-Profil. Als Trainerlotse sehe ich viele davon. Bei aller gebotenen Individualität gibt es fünf bewährte Richtlinien.

Bevor ich auf die eingehe, eine Grundregel vorab: Ein gutes Trainerprofil hat nur sehr bedingt etwas mit dem klassischen CV zu tun. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits haben Sie wesentlich mehr künstlerische Freiheit in der Gestaltung – damit aber eben auch die Qual der Wahl in einem nicht formalisierten Rahmen.

 

1 Ein gutes Foto ist das ausschlaggebende Element

In vielen Gesprächen mit Personal-Entscheidern habe ich das überprüft. Ich habe Ihnen Mappen von verschiedenen Trainern vorgelegt und sie um eine erste Einschätzung gebeten: Wer könnte der richtige Trainer für sie sein?

Die Antworten waren verblüffend einhellig: Unabhängig vom Thema und unabhängig von den Skills der Trainer und Coaches, blieben die Personaler an den Profilen mit den ausdrucksstärkeren Fotos hängen. Es war einerlei, was im Text daneben stand – wohlgemerkt!

Obwohl – so überraschend ist das auch wieder nicht. Jeder, der in den sozialen Medien unterwegs ist, weiß um den Wert eines guten Fotos. Nicht umsonst weist Joachim Rumohr als XING-Experte immer wieder auf die Bedeutung guter Profil-Fotos hin.

Das Foto ist das wichtigste Element Ihres Profils! Sparen Sie bitte nicht daran.

 

2 Fügen Sie Ihre Kontaktdaten an gut sichtbarer Stelle ein

„Logisch“, sagen Sie. „Das ist doch banal.“ Aber denkste: Sie glauben nicht, wie häufig mir Profile in die Hände fallen, in denen die Kontaktdaten vollständig fehlen.

Ihrem Auftrag hilft es ungemein auf die Beine, wenn Ihr Kunde nicht lange nach Ihrer Adresse suchen muss. Spezialisten wollen mit Hilfe von Eyetracking-Kameras herausgefunden haben, dass ein DIN-A4-Text vom Leser in der Form eines Z gescannt wird. Ihre Kontaktdaten sind deshalb an den Querbalken eines Z gut aufgehoben: links oder rechts, oben oder unten – das können Sie sich aussuchen.

Mit dieser Anordnung folgen Sie dem gewohnten Bild. So haben es die Leser gelernt – so ist es gut.

 

3 Verpacken Sie Ihre Leistung in eine Kernbotschaft

Jetzt wird es schwieriger: Wenn Ihr künftiger Kunde Ihr Profil in die Hand nimmt, sollte er neben Ihrem Konterfei mit einem Blick erkennen können, wofür Sie stehen.

Der Tipp kommt so einfach daher – und oft ist er so schwer umzusetzen.
Mit Ihrem Profil ist es wie mit dem Elevator Pitch: Sie haben nur wenige Sekunden, Ihren Leser zu überzeugen. Er entscheidet binnen Augenblicken, ob er Ihr Profil zu Ende liest oder das nächste zur Hand nimmt.

Vielleicht kommen Sie mit Hilfe von guten Beispielen auf Ideen für sich selbst:

  • Thomas Reich: Klarheit – Mehrwert – Umsatzsteigerung
  • Ulrich Sucker – Ihr Projektcoach für die kritischen Projekte
  • Tuan Plath – Deutschlands konsequentester Rhetoriktrainer

Wie Sie sehen, sind die Kernbotschaften mehr oder weniger identisch mit dem USP. Mit einer guten Kernbotschaft schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erleichtern es Ihrem Kunden, sich für Sie zu entscheiden. Derart fokussiert nimmt er Sie nämlich als Spezialisten wahr – anders als den sprichwörtlichen Gemischtwarenhändler mit Bauchladen.

Genauso wichtig ist, dass Sie mit Hilfe der Kernbotschaft einen Platz in der Kopfschublade Ihres Kunden einnehmen. Das heißt: Ihre Kernbotschaft kann er sich merken. Bei passender Gelegenheit bucht er Sie selbst oder er empfiehlt Sie weiter.

 

4 Beweisen Sie Ihre Kompetenz und Ihre Erfahrung

„Deutschlands konsequentester Rhetoriktrainer“: Von allen oben genannten Beispielen drängt es sich bei Tuan Plath am meisten auf. Wer eine so mutige Aussage trifft, tut gut daran, sie zu beweisen.

Damit sind wir beim 4. Aspekt des Trainer-Profils angekommen: dem Beweis. Mit dem Beweis überzeugen Sie Ihren Kunden, dass er mit Ihnen den Richtigen einkauft. Sie haben verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Klassiker ist eine übersichtliche Vita, die die wichtigen Stationen Ihrer Karriere schildert und zeigt, was Sie an Wissen und Erfahrung mitbringen.
  • Wenn Sie eng mit einer Branche verbunden sind, verweisen Sie explizit auf Ihren Stallgeruch. Wie kaum etwas anderes sorgt er für einen Vertrauensvorschuss bei Ihrem Kunden. Dies gilt vor allem für die eher konservativen Branchen wie Banken, Versicherungen und Maschinenbau sowie solche Branchen, die gerne unter sich bleiben, wie die Werber.
  • Ebenso wie die Branchennähe sorgen Zahlen, Daten und Fakten für Vertrauen: Wie lange sind Sie schon in Ihrem Business? Wie viele Coachees haben Sie schon glücklich gemacht? Wie viele Trainings haben Sie in wie vielen Jahren absolviert? Wie viele Teilnehmer haben Sie im Laufe der Jahre durch Ihre Seminare geschleust? Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, so lange das Zahlenwerk stimmt.
    Kleiner Tipp am Rande: Auch eine realistische Schätzung ist eine akzeptable Methode, um dem Kunden ein Gefühl zu vermitteln, wie viel Erfahrung er einkauft.
  • Ergänzen können Sie Ihre Liste an Belegen mit Teilnehmerstimmen, Referenzen, Zertifikaten, etc. Doch Vorsicht: Zu viel weckt Misstrauen! Wählen Sie mit Bedacht und Fingerspitzengefühl, was Sie veröffentlichen.
  • Und ja, auch in unserem Metier gibt es einen Promi-Bonus: Wenn Sie als Trainer oder Coach schon einmal mit einer Person des öffentlichen Lebens zusammen gearbeitet haben (und dies sagen dürfen), dann sagen Sie es! Mit einem gemeinsamem Foto ist es noch besser: Wenn Trainer Maier mit Promi Müller lachend auf einem Foto zu sehen sind, wird der Erläuterungstext zum schmückenden Beiwerk.

Nur eines sollten Sie wissen: Der Versuch, sich mit einem Promi zu schmücken wie auch die Person des Promi selbst, kann polarisierend wirken. Entscheiden Sie deshalb: Mögen Sie diese Art von Werbung? Ist sie aus Ihrer Sicht ein Plus oder ein Minus?

 

5 Die Krönung: Call-to-action mit Goodie

Ganz im Sinne der AIDA-Formel können Sie Ihr Profil zum Ende mit einem Goodie abrunden. Animieren Sie Ihren Kunden zum Handeln, indem Sie ihn etwa zu einem Probetraining, einem Vortrag oder zu einem kostenfreien Erstgespräch inklusive XY-Analyse einladen.

Verweisen Sie alternativ auf Kostproben Ihres Könnens im Netz in Form von Checklisten, Videos, Podcasts, etc. und schaffen eine Schnittstelle zwischen klassischem, eher analogen Trainermarketing und Online-Marketing.

 

6 Zum Schluss: eine Seite genügt

Wenn Sie das alles lesen, denken Sie vielleicht: Meine Güte, alles auf eine Seite – wie soll das denn gehen? Keine Sorge, das klappt! Nicht umsonst sagt man: Auch Goethe wird durch Streichen besser. Lassen Sie also gnadenlos den Rotstift walten! Wie gesagt: Ein Trainer- oder Coach-Profil ist weniger starr als ein klassischer Lebenslauf. Sie haben viel mehr künstlerische Freiheit bei der Gestaltung.

Fassen Sie sich dennoch kurz, denn auch bei Trainer-Profilen gilt: Wer es schafft, die substanziellen Inhalte auf einer DIN-A4-Seite zu bündeln, hat die Aufmerksamkeit des Lesers bis zum Seitenende.

Wenn Sie schon lange im Geschäft sind und eine umfangreiche Vita vorzuweisen haben, die sich nicht in zwei Abschnitten schildern lässt, müssen Sie abwägen: Schreiben Sie das Unerlässliche und lassen Sie Verzichtbares weg. Fragen Sie Freunde, Bekannte, Familie und gute Kunden, ob Sie den Ton getroffen haben.

Und wundern Sie sich nicht, wenn sich über die Zeit ein gewisser Fundus an Profilen mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf Ihrem PC wieder finden – das ist ganz normal und sogar wünschenswert. Am besten fahren Sie, wenn Sie Ihr Profil an den Bedarf Ihrer Kunden anpassen.

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen, Kritik? Dann greifen Sie beherzt in die Tasten. Ich bin gespannt!

Über den Autor
Angelika Eder

Angelika Eder

Angelika Eder ist die Frau für die gute Kundenansprache. Aus schnöder Akquise wird bei ihr stets ein ‚akustischer Hingucker‘: Einfallsreich, niemals platt und respektvoll-hartnäckig. Entweder man (frau) traut es sich danach selbst zu oder legt die Direktansprache in ihre Hände. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung und Marktkenntnis findet sie mit Ihnen ‚Ihren‘ Platz im Trainer-, Berater- und Coach-Markt.

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