Mut zum Ego: Sind Sie Helfer, Guru oder Rampensau?

Angelika Eder Profilierung, Vertrieb für Trainer/Coaches/Berater 2 Comments

“Was treibt Sie morgens aus dem Bett?” habe ich in den Beratungsgesprächen der letzten Zeit meine Kunden gefragt. “Ich will Menschen helfen und voranbringen”, war eine der häufigsten Antworten.

Diabolisch blitzt es in meinen Augen auf, verehrte Trainer und Berater, denn mal ganz unter uns: Auch der fleißigste Helfer reißt sich ein Bein aus, weil er etwas haben will.

Was ist es, was Sie tatsächlich kickt?

Bescheidenheit ist eine Zier … doch besser geht es ohne ihr

Mir sind drei Typen aufgefallen. Bevor Sie sich einordnen, ein Wort vorab: Ich habe großen Spaß dabei gehabt, maßlos zu übertreiben. Betrachten Sie meine Figuren also bitte wie einen Schauspieler und auf jeden Fall mit einem Augenzwinkern.

Der Guru

Der Guru fällt durch sein Sendungsbewusstsein auf. Er hat den Stein der Weisen gefunden und fordert die Welt auf, ihm zu folgen. Seine Jünger lieben ihn, denn er zeigt den Weg in einer unübersichtlichen Welt.

Wenn sich der Guru geschickt anstellt, hat er das stärkste Potential für eine Marke. Er muss aber aufpassen, dass er nicht zu sehr um sich selbst kreist, die Bodenhaftung verliert und für seine Umwelt unverständlich wird.

Der Helfer

“Ohne Sie wäre ich nie so weit gekommen”, flüstern die Lieblingskunden des Helfers. Er freut sich für seine Kunden – und für sich: Denn zur Dankbarkeit gehört immer auch ein Stückchen Abhängigkeit, das ihn unentbehrlich macht.

Eine starke Beziehung zu seinen Kunden ist das, was den Helfer kickt. Er hat ein besonderes Händchen für die Introvertierten und Zurückhaltenden im Lande. Bei ihm können Sie los werden, was sie sonst so nirgends zu sagen wagen. Er schafft es, Nähe herzustellen. Das ist großartig, aber er sollte aufpassen, dass er in keinen Beziehungsstrudel gerät, die die professionelle Zusammenarbeit zwischen ihm und seinem Kunden gefährdet.

Die Rampensau

Die Rampensau liebt das Licht und den Applaus. Wo die Bühne ist, ist sie nicht weit. Sie inspiriert und reißt mit. Es ist eine Pracht! Begeistert erzählt sie von ihren Leistungen und ihrer Arbeit und merkt nicht, dass sie schon Mitten drin ist im Verkauf. Von den drei Typen fällt ihr das Verkaufen am leichtesten.

Der Rampensau gehört die Welt. Es gibt aber auch hier eine Grenze: Wenn sie auf Menschen trifft, die leiser oder langsamer sind, kann sie sich schlecht kalibrieren. Solche Menschen verliert sie unterwegs.

 

Haben Sie sich erkannt? Für mich ist die Selbsteinschätzung ein Teil des ehrlichen Verkaufs: Nur wenn Sie alle scheinbar altruistischen Schleier lüften und ehrlich damit umgehen, welches Gefühl Sie wirklich morgens aus dem Bett holt (und das muss naturgemäß ein egoistisches sein), können Sie mit Ihren Stärken spielen und wirken authentisch im Verkauf.

Viele von Ihnen kennen unser Dreier-Team ja persönlich: Manfred Meyer und Angelika Eder vom Trainerlotsen sowie Kerstin Boll, quiVendo. Was meinen Sie: Wie haben wir uns verortet? Auflösung siehe unten 😉

 

 

(Angelika Eder: Rampensau; Manfred Meyer: Guru, Kerstin Boll: Helfer)
Über den Autor
Angelika Eder

Angelika Eder

Angelika Eder ist die Frau für die gute Kundenansprache. Aus schnöder Akquise wird bei ihr stets ein ‚akustischer Hingucker‘: Einfallsreich, niemals platt und respektvoll-hartnäckig. Entweder man (frau) traut es sich danach selbst zu oder legt die Direktansprache in ihre Hände. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung und Marktkenntnis findet sie mit Ihnen ‚Ihren‘ Platz im Trainer-, Berater- und Coach-Markt.

Kommentare 2

  1. Ein interessanter Ansatz, Verkäufer in diese drei Motivationstypen einzuteilen. Alle 3 Typen haben ihre Vorzüge und Nachteile, und somit auch ihren ganz eigenen individuellen Kundenstamm. Ich persönlich fände es wichtig, sich selbst vor dem Start der Karriere Gedanken zu machen, was einen vorantreibt und neue Motivation bringt. Dies hängt nämlich dann auch eng mit dem zu verkaufenden Produkt und den zukünftigen Kundenstamm zusammen. Wenn ich der “Helfertyp” bin, werde ich mit Sicherheit andere Dinge besser verkaufen als die “Rampensau” und umgekehrt.

  2. Angelika Eder

    Absolut korrekt. Je besser ich mich selbst kenne, desto klarer kann ich mich nach außen verhalten. Damit gewinnt mein Gesprächspartner das größtmögliche Maß an Sicherheit, mit wem er es zu tun hat. Das wiederum schafft Vertrauen. Und das mögen wir doch alle!

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