Wie gehts mir ‘allein im Home-Office’?

Angelika Eder In eigener Sache 8 Comments

Bin kürzlich über die Blogparade Wie gehts dir allein im Home-Office von abenteuerhomeoffice.at gestolpert und fühlte mich sofort angesprochen. Also kommt hier mein Beitrag dazu und Dir, liebe Claudia, ein herzliches Dankeschön für den interessanten Anstoss.

Als ich mich vor sechs Jahren selbstständig gemacht habe – eine Premiere in meinem Leben – hatte ich 1000 Sorgen, Zweifel, Ängste – und Hoffnungen. Allein im Home-Office zurechtzukommen gehörte zu meinen vorrangigen Zweifeln, schließlich hatte ich bis dahin ein Selbstbild vom unbedingten Teamplayer, der ohne eins um sich rum gar nicht kann. Umso überraschter war ich, als sich genau das Gegenteil einstellte: Vom ersten Tag an fühlte ich eine Freiheit, die ich im ‘Teamkostümzwang’ der Festanstellung nie hatte!

Plötzliche Freiheiten

Plötzlich hatte ich jederzeit die Möglichkeit, ein Päuschen einzulegen, wenn denn im Frühling mal die Sonne rausblitzte und ich grade mit kalten Füßen am Schreibtisch saß. Konnte im Sommer mal eben zwischendurch die Blumen auf der Terrasse gießen und danach – erfreut und erfrischt – wieder weiterarbeiten. Überhaupt! Mir jenseits aller gängigen Arbeits- und Pausenmuster den Tag so einteilen, wie ich (und mein Befinden) es für richtig hielten. Das ergab eine wunderbar positive Arbeitsdynamik!

Ganz zu schweigen von einfach mal ein, zwei Maschinen Wäsche nebenbei waschen. Das fiel früher immer aufs Wochenende, weil ich abends meist so spät von der Arbeit gekommen war, dass ich das den Nachbarn nicht mehr antun mochte. Diese Zeit blieb nun zur freien Verfügung und aus der wesentlich engeren Verzahnung von Leben & Arbeiten ergab sich am Ende ein spürbares Mehr an Freizeit, das ich noch heute sehr zu schätzen weiß.

Klar, so viel Freiheit fühlte sich anfangs auch mal komisch an, wie ein Vakuum, das man erstmal mit Leben füllen muss. Für mich bedeutete das, jenseits von Wochenplänen inkl. Meetingterminen und wo-gehen-wir heute-lunchen? eine eigene Tagesroutine zu entwickeln, die zu mir und meinem Business passt. Als ich das geschafft hatte, war’s nur noch GUT. So ist es für mich zum Beispiel ausgesprochen angenehm, dass ich mich nicht mehr bürofein machen und bei jedem Sauwetter raus muss. Und: Ich kann sogar auch mal versonnen in der Nase bohren, wenn es dem kreativen Prozess dient! 😉 Frei nach Goethe: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“

Und wie ist’s mit der Disziplin?

Ja, die Disziplin … auch die scheint erforderlich. Der innere Schweinehund soll ja hinter jeder (Sofa-)Ecke lauern! Aber ich will es mal anders formulieren: Wer als Selbstständiger dauernd der Versuchung erliegt, was anderes zu tun als sich um sein Business zu kümmern, der hat kein Disziplinmanko, sondern sich einfach das falsche Business ausgesucht. Dafür ist das Home-Office eine gute Nagelprobe!

Aber Achtung, es gibt sie tatsächlich, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, die vereinsamen und eingehen wie eine Primel ohne Wasser. Habe ich oft genug gehört und bei so manchem Kooperationspartner auch direkt erlebt. Warum das so ist, habe ich in vielen Gesprächen mit anderen Solopreneuren nicht rausgekriegt, aber man sollte die Signale sehr ernst nehmen. Andernfalls leidet früher oder später das Geschäft drunter. Da gibt’s dann nur eins: Raus aus der Bude, auf die Suche machen nach einer passenden Bürogemeinschaft oder einem Mietbüro, die es zumindest in den größeren Städten dankenswerterweise schon in jeder Couleur und Preisklasse gibt.

All-in-all: Für mich die perfekte Form, Leben und Arbeiten zu verbinden – ich würde nichts daran ändern wollen! Eingedenk meiner eigenen Fehleinschätzung zu Beginn kann ich allen somit nur raten: „Versuch macht kluch!“

Über den Autor
Angelika Eder

Angelika Eder

Angelika Eder ist die Frau für die gute Kundenansprache. Aus schnöder Akquise wird bei ihr stets ein ‚akustischer Hingucker‘: Einfallsreich, niemals platt und respektvoll-hartnäckig. Entweder man (frau) traut es sich danach selbst zu oder legt die Direktansprache in ihre Hände. Mit ihrer über 20-jährigen Erfahrung und Marktkenntnis findet sie mit Ihnen ‚Ihren‘ Platz im Trainer-, Berater- und Coach-Markt.

Kommentare 8

  1. Hallo Angelika,
    interessant, dass deine anfängliche Selbsteinschätzung und deine Erfahrung so weit auseinander lagen. Ich finde es erstaunlich, dass du den Versuch dann doch gewagt hast. Ich selber liebe mein Home-Office und die damit verbundene Freiheit und Ruhe.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

    1. Angelika Eder Post
      Author
    1. Angelika Eder
  2. Hallo Angelika,

    ich finde mich in Deiner Beschreibung stellenweise auch wieder. Wenn man die Vorzüge erst einmal erleben durfte, dann möchte man es nicht mehr missen.
    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Angelika Eder

      Ja, genau, Birgit.
      Und wenn einem doch mal die Decke auf den Kopf fällt, gibt es ja genug ‘Ausreißmöglichkeiten’, derer etliche meine anderen Blogkollegen hier schon sehr schön zusammengefasst haben. Danke für Deine Antwort!

  3. Pingback: Alleinsein im Homeoffice. Vorteile, Nachteile und Strategien › Abenteuer Home-Office

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