Zukunft Personaltraining: Sind Sie bereit für den Rollenwechsel?

Manfred Meyer Kundengewinnung, Trainervermittlung Leave a Comment

Mit reinen Personaltrainings lässt sich kaum noch jemand hinter dem Ofen hervor locken. In den Unternehmen hat die Flexibilität Einzug gehalten und mit ihr eine Neu-Gestaltung der Weiterbildung – was sich auf das Selbstverständnis der Trainer auswirkt. Welche neue Rolle kommt auf die Trainer zu?

An World-Cafés, Open Spaces und Zukunftskonferenzen haben wir uns gewöhnt. Aber was um Himmels willen ist ein „Wikipedia: TheoPrax“ oder eine „Wikipedia: RTSC-Konferenz“? Hätten Sie’s gewusst?

Die guten alten Zeiten sind vorbei. Früher stand der Trainer vor seiner Gruppe und hat zwei, fünf oder sieben Trainingstage gestaltet. Es war seine Aufgabe, die Gruppe in einem strukturierten Prozess zum Lernziel zu führen. Er war der Prozessgestalter. Dieses Bild ist heute obsolet. Die Welt der Weiterbildung ist vielfältiger geworden.

Unternehmen sind auf flexible Formate angewiesen

Besonders in Change Prozessen und bei der Teamentwicklung gehen Unternehmen schon länger neue Wege: Sie organisieren Lernorte quer durch alle Hierarchien und Abteilungen. Schluss mit festen Lern-Orten und gemeinsamen Zeiten! Vor ein paar Jahren war das noch unvorstellbar, aber selbst diese Minimal-Strukturen lösen sich auf. Heute sind die Mitarbeiter grob mit einer Aufgabenstellung ausgerüstet und organisieren das Lernen weitgehend selbst.

Die Unternehmen habe gute Gründe, ihre Weiterbildung in dieser Art zu verändern:

  •  Sie wollen ihre Mitarbeiter aus einer passiven, konsumptiven Rolle in eine aktive Rolle führen.
  • Zugleich suchen Sie einen Zugang zum Wissen und den Kompetenzen ihrer Belegschaft.
  • Sie sind schlicht darauf angewiesen, flexible Formate zu finden, die sich besser in die Betriebsstruktur einbinden als klassische Weiterbildungsformate.

Mitarbeiter zu einem festen Zeitpunkt an einen Ort zu bringen, wird immer schwieriger. Die Einführung von Arbeitszeit-Konten und das Arbeiten im Homeoffice wirkt sich darauf aus, welche Gestalt die Weiterbildung annehmen kann. Die Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, damit Lernen dort geschehen kann, wo Zeit und Muße ist.

Die neue Rolle des Trainers

Was aber ist die Aufgabe des Trainers, wenn die Mitarbeiter mehr oder weniger autonom lernen? Seine Rolle wandelt sich vom Gestalter des Lernprozesses hin zum Moderator, Impuls-Geber und Inspirator, der die Gruppe zusammen hält und die Teilnehmer immer wieder zusammen führt.

Viele Trainer haben schon lange die Moderation und ähnliche Tools in ihr Programm aufgenommen und leben gut damit. Je vielfältiger die Welt der Weiterbildung wird, umso schwieriger wird es, sich allein als Trainer, Berater oder Coach zu positionieren. Gesucht sind Weiterbildner, die Unternehmen dabei helfen, Probleme zu lösen oder Aufgaben zu bewältigen – und zwar mit einem Methodenkoffer aus Training, Beratung, Coaching, Mediation, Moderation und anderem mehr.

Die neuen Lernformate sind über das Versuchsstadium hinaus

Wie immer, wenn sich etwas Neues entwickelt, leben Vorreiter und Bewahrer eine Weile parallel. Klassische Personaltrainings und Workshop-Modelle haben immer noch ihren Platz – besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Doch Trainer sollten sich nicht täuschen: Die neuen Lernformate sind längst aus dem Laboratorium heraus und werden praktisch genutzt. Vorreiter sind große Unternehmen und solche, die sich im Zuge der Digitalisierung und Internationalisierung besonders schnell verändern müssen.

Eine neue Unübersichtlichkeit hat Einzug gehalten: Die Unternehmen denken sich eigene Formate aus, um den Rahmenbedingungen in ihrem Haus gerecht zu werden. Heterogene Arbeitsorte und -zeiten verlangen nach Antworten. World-Cafés, Open Spaces und Zukunftskonferenzen sind so etwas wie Basisformate. Sie tauchen in neuem Gewand und mit verändertem Namen auf und werden zu einem Teil der Corporate Identitiy des jeweiligen Unternehmens. Wir leben in bewegten Zeiten. Selten war die Weiterbildung so spannend.

Über den Autor
Manfred Meyer

Manfred Meyer

Manfred Meyer kümmert sich beim Trainerlotsen um die Trainervermittlung. Darüber hinaus liegt die Projektsteuerung in seinen Händen. Die Themen Vertriebsstrategien, Kennzahlen, Technik und Weiterbildung 4.0 runden sein Portfolio ab. Der wirtschaftlich richtige und angemessene Preis ist sein Steckenpferd.

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